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Verhaltene Reaktion an Börsen auf Obama-Sieg

Hamburg (dpa) Auf den historischen Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama haben die internationalen Börsen am Mittwoch sehr unterschiedlich reagiert.

Verhaltene Reaktion an Börsen auf Obama-Sieg

Die Börsen in Fernost schlossen mit teils deutlichen Zugewinnen.

Die Aktienmärkte in Fernost schlossen mit teils deutlichen Gewinnen, in Europa aber lagen fast alle Indizes im Minus. Der deutsche Leitindex DAX drehte nach Vortagesgewinnen am Nachmittag um 1,4 Prozent ins Minus und lag bei 5200 Punkten. Auch an der New Yorker Wall Street war nach kräftigen Kursgewinnen vom Vortag zunächst wenig von der «Obama-Euphorie» zu spüren. Der Dow-Jones-Index verlor zu Handelsbeginn 1,5 Prozent.

«Die Party wurde an den Börsen schon vor der Wahl gefeiert - jetzt muss Obama sein Motto 'Yes, We Can!' erstmal umsetzen», sagte Robert Halver von der Baaderbank. Neben der US-Wahl standen Börsianern zufolge am Mittwoch vor allem Quartalsberichte im Fokus. Für die Börse sei der Wahlsieg von Obama aber im Vergleich zum Kontrahenten John McCain zu begrüßen, da nun eher eine Stimmungsverbesserung besonders bei den Konsumenten zu erwarten sei, betonte Kapitalmarkt- Experte Halver. Mit Obama verbinde sich ein ähnlicher Optimismus wie mit der Wahl von Ronald Reagan, dessen Wahl 1980 nach einer Wirtschaftskrise neue Hoffnung ausgelöst hatte.

Händler in Frankfurt betonten, der Wahlsieg des 47-jährigen Demokraten Obama verbessere zwar die Stimmung an den Börsen, komme aber wie erwartet und habe schon an den Vortagen für Kursgewinne gesorgt. Nun gebe es Gewinnmitnahmen. Auch an anderen europäischen Börsen tendierten die Indizes im Minus: In Amsterdam lag der Leitindex bei Minus 3,5 Prozent, in London gab der FTSE-Index um knapp 2 Prozent im Vergleich zum Vortag nach.

Ein anderes Bild bot sich in Asien und Australien: Der Nikkei- Index an der Börse in Tokio notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 406,64 Punkten oder 4,46 Prozent beim Stand von 9521,24 Punkten. An der Börse in Hongkong stieg der Hang-Seng-Index zeitweise um 5,7 Prozent und schloss mit einem Plus von 3,2 Prozent. Händler sagten, die Kurse in Asien würden vor allem von der Hoffnung auf einen politischen Wandel in den Vereinigten Staaten getrieben.

Unter dem Eindruck der US-Präsidentenwahl hatten zuvor auch die amerikanischen Börsen noch einen Höhenflug erlebt. Die Gewinne zogen sich am Dienstag durch fast alle Branchen. Der Dow-Jones kletterte um 3,28 Prozent auf 9625,28 Punkte, um dann am Mittwoch zu Handelsbeginn wieder unter 9500 Punkte abzusacken. Angesichts der Umfragen sei Obamas Sieg bereits erwartet und in den vergangenen Tagen in die Kurse eingepreist worden, sagte ein Händler am Mittwoch auf dem Parkett in New York. Die wirtschaftlichen Probleme durch die Finanzkrise stünden nun wieder im Vordergrund.

Parallel zu den verhaltenen Börsenvorgaben fiel auch der Ölpreis am Mittwoch nach Obamas Wahl wieder: Nach den deutlichen Kursgewinnen am Vortag sank er erneut unter die 70-Dollar-Marke. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember sank auf 68,40 Dollar. Das sind 1,64 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Die Kursverluste seien in erster Linie auf Gewinnmitnahmen nach Kursgewinnen von über sieben Dollar am Vortag zurückzuführen, sagten Händler.

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