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Verlegerin Heidi Oetinger wird 100

Hamburg (dpa) Pippi Langstrumpf hat ihr viel zu verdanken: Die Hamburger Verlegerin Heidi Oetinger hat maßgeblich zum Ruhm des sommersprossigen Mädchens mit roten Zöpfen und viel zu großen Schuhen beigetragen.

Verlegerin Heidi Oetinger wird 100

Freundinnen: Astrid Lindgren und Heidi Oetinger.

Ohne ihr Engagement hätte Astrid Lindgrens legendäre Kinderheldin «niemals diesen Erfolg in Deutschland erlangt», betont das Verlagshaus Friedrich Oetinger. Mit der schwedischen Autorin (1907-2002) verband die Verlegerin, deren späterer Mann Friedrich 1949 das erste Pippi-Buch veröffentlichte, eine enge Freundschaft. An diesem Mittwoch feiert sie im Familien- und Freundeskreis in der Hansestadt ihren 100. Geburtstag.

Als junge Frau hatte die Hamburgerin zunächst als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei gearbeitet, bevor sie zum ersten Mal heiratete und während des Zweiten Weltkrieges kurz nach der Geburt ihrer Tochter Silke Witwe wurde. 1948 kam sie zu dem Kinder- und Jugendbuchverlag, den Friedrich Oetinger (1907-1986) zwei Jahre zuvor gegründet hatte. Aus der gemeinsamen Arbeit der beiden wurde Freundschaft, dann Liebe, 1952 heirateten Heidi und Friedrich Oetinger. Nach dem Rückzug ihres Mannes aus dem Verlag Anfang der 70er Jahre blieb Heidi Oetinger weiterhin in der Geschäftsleitung, bis Mitte der 80er Jahre war sie dort aktives Mitglied.

Autoren wie Kirsten Boie («Wir Kinder aus dem Möwenweg»), Paul Maar («Sams») hat Heidi Oetinger gefördert, Schriftsteller James Krüss nannte sie die «Mutter des Verlags». Noch bis vor zwei Jahren fuhr sie jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse und war damit auf 58 der 60 Messen. Über ihre Zeit als Frau in der damals stark männerdominierten Verlegerwelt erzählte sie dem «Börsenblatt» des deutschen Buchhandels, wie sie und andere Frauen «ihren Mann gestanden haben»: «Wir haben uns auch vernetzt, hatten weniger Scheu vor gemeinsamen Aktionen als die Männer.»

Zähigkeit, Fantasie und Improvisationskunst habe sie stets bewiesen, etwa als sie dem damals noch umstrittenen ersten Pippi-Buch zum Durchbruch verhalf, berichten Verlagsmitarbeiter. Noch heute lässt sich die mehrfach ausgezeichnete Verlegerin - sie wurde zum Ritter der Ersten Klasse des Königlich Schwedischen Nordsternordens ernannt und erhielt vom Hamburger Senat die Biermann-Ratjen-Medaille - im Verlag sehen.

Was die Jubilarin, deren Tochter Silke sowie drei Enkel inzwischen die Geschäfte führen, so jung gehalten hat, verriet Heidi Oetinger ebenfalls dem Branchenmagazin. Zum einen habe sie immer gearbeitet, «und wer arbeitet hat wenig Zeit, sich Gedanken ums Kranksein zu machen». Zum anderen die Literatur: «Wer liest, der hat immer mehrere Leben, nämlich in Büchern.»

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