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Verlustbremse einbauen - So machen Anleger ihr Depot urlaubsfest

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Egal ob in den Bergen oder am Meer: Im Urlaub denken die wenigsten Menschen an ihre Geldanlagen. Doch in unruhigen Börsenzeiten sollten sich Anleger gegen allzu heftige Kurseinbrüche wappnen. Mit einfachen Mitteln lässt sich das Depot absichern.

Verlustbremse einbauen - So machen Anleger ihr Depot urlaubsfest

Wer im Urlaub nicht ständig den Börsenteil der Zeitung lesen will, sollte sein Depot urlaubsfest machen. Verlustbremsen lassen sich relativ einfach einbauen. Foto: Andrea Warnecke

Urlaub kann so schön sein: wolkenloser Himmel, weißer Strand und türkisblaues Wasser. Wer denkt unter solchen Umständen schon an sein Depot? Doch das kann in diesen Zeiten ein Fehler sein, denn die Schuldenkrise führt zu stark schwankenden Kursen an den Börsen. Wer seinen Urlaub nicht in Internet-Cafés oder der Hotellobby vor dem Computer verbringen will, sollte sein Depot urlaubsfest machen.

«Der bevorstehende Urlaub kann ein guter Anlass sein, das Depot einmal grundsätzlich zu überprüfen», sagt Norbert Kuhn vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt am Main. Anleger sollten sich Fragen stellen wie: Stimmt die Anlagestrategie noch? Ist das Depot breitgestreut über verschiedene Branchen? Passen die einzelnen Aktien noch zur Risikoneigung? Wie sind die einzelnen Werte gelaufen? «Man kann sich in diesem Zusammenhang auch von einzelnen Aktien trennen», sagt Kuhn.

Dabei sollten nicht nur risikoreiche Papiere aussortiert werden. Auch Aktien, die in der Vergangenheit gut abgeschnitten haben, könnten Verkaufskandidaten sein. «Gewinne mitnehmen macht niemanden arm», sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. Möglicherweise könne man die Werte nach der Rückkehr aus dem Urlaub sogar billiger wieder nachkaufen, weil die Kurse inzwischen gesunken sind.

Doch nicht nur Aktien sollten Anleger in den Blick nehmen. «Man kann bei einem Depotcheck auch einen Blick auf seine anderen Anlagen, etwa Fonds, werfen», empfiehlt Stephan Kühnlenz von der Stiftung Warentest in Berlin. Auch hier sollte die Frage beantwortet werden: «Passen die Produkte noch?» Wer etwa in bestimmte Länder oder Branchen investiert habe, sollte überlegen, ob er an dieser Strategie weiter festhalten will.

Wichtig sei aber vor allem, alle kurzfristigen Anlagen zu überprüfen, rät Kühnlenz. Zeitlich befristete Anlagen wie Optionen oder Zertifikate sollten nicht während der Abwesenheit auslaufen. «In diesem Fall ist es besser, die Papiere entweder zu verkaufen oder die Laufzeit zu verlängern.»

Um sich vor größeren Kursverlusten während der Abwesenheit zu schützen, sollten Anleger aus Sicht der Experten bei ihren Aktien Limits setzen. «Mit einer Stop-Loss-Order können Sie festlegen, ab welchem Preis das Papier verkauft werden soll», erklärt Jürgen Kurz. «Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass Sie nicht den kompletten Absturz mitmachen.»

Einen pauschalen Tipp, wo die Verlustbremse eingebaut werden soll, gibt es allerdings nicht: «Sie müssen sich bei jeder einzelnen Aktie überlegen, zu welchen Preis sie gekauft wurde und wie viel Verlust Sie verkraften», sagt Norbert Kuhn. Zudem sei es wichtig zu prüfen, wie stark ein einzelnes Papier schwanke. «Bei sehr volatilen Titeln sollte das Limit nicht zu eng gesetzt werden», empfiehlt Jürgen Kurz. «8 bis 12 Prozent vom aktuellen Kurs sollte die Stop-Loss-Order schon platziert werden.»

Umgekehrt könnten vor dem Antritt in den Urlaub für interessante Aktien auch limitierte Kauforders abgegeben werden, sogenannte Stop-Buy-Orders. Das bedeutet, dass automatisch Aktien gekauft werden, sobald der Kurs einen bestimmten Wert überschreitet. Auf diese Weise kann der Anleger sicher sein, bei einem unerwarteten Kursanstieg mit dabei zu sein, weil er beizeiten gekauft hat.

Die Limitorder sind nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts beschränkt gültig. Nach Ablauf der Frist muss der Limitierungsauftrag erneuert werden. Der Anleger muss daher darauf achten, dass das Limit bis zum Ende seines Urlaubs gültig ist. Die Banken erheben in der Regel eine besondere Limitgebühr.

Doch auch wenn die Börsenzeiten derzeit eher unruhig sind - langfristig orientierte Anleger sollten sich im Urlaub nicht allzu große Sorgen machen. «Bei einem Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren sollte ein Urlaub von drei bis vier Wochen eigentlich nichts ausmachen», sagt Stephan Kühnlenz. «Dann kann man auch ganz beruhigt nach Griechenland oder woanders hinfahren.»

Anleger sollten bei jeder Umschichtung ihres Depots auch die Preise und Gebühren beachten. Für jeden Kauf oder Verkauf einer Aktie stellten Banken und Sparkassen in der Regel eine Provision von einem Prozent des Kurswertes in Rechnung, erklärt das Deutsche Aktieninstitut. Günstigere Provisionen bietet meist der Onlinehandel über eine Direktbank. Zusätzlich erhalte der Kursmakler an der Börse eine Maklercourtage.

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