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Versorgungsamt: Glatter Start gefährdet

SCHWELM/WITTEN Unter dem Stichwort Bürokratie-Abbau wird die Arbeit der Versorgungsämter auf kleinere Einheiten übertragen. Das bislang auch für den EN-Kreis zuständige Versorgungsamt Dortmund wird zum 14. Dezember geschlossen.

von Von Lisa Timm

, 06.12.2007

So ist ab dem 1.1.2008 der Ennepe-Ruhr-Kreis für das Schwerbehindertenrecht und das Elterngeld zuständig. Neue Anlaufstelle dafür wird das Verwaltungsgebäude am Schwanenmarkt – vormals Straßenverkehrsamt –, das momentan umgebaut wird.

1,5 Kilometer Akten Dass eine solche Umstrukturierung mit Anlaufschwierigkeiten verbunden ist, darauf machte gestern das Kreisgesundheitsamt aufmerksam. Neues Personal muss rekrutiert, riesige Papierberge müssen sortiert und untergebracht werden. Allein 1,5 Kilometer Akten erwartet der Kreis aus Dortmund. Ein großer Teil der neuen Mitarbeiter kommt ebenfalls aus dem aufgelösten Amt. 18, 5 Stellen werden für das Behindertenrecht eingerichtet, 3,5 Stellen für das Elterngeld benötigt. „Aber davon sind zwei dauererkrankt und einer hat mit Erfolg gegen die Versetzung zu uns geklagt und wir wissen nicht, wann Ersatz kommt, so dass diese Stellen nur auf dem Papier existieren“, so Kreispressesprecher Ingo Niemann.

Finanzierung unklar Erschwerte Bedingungen befürchtet der Kreis durch die neue Aufgabe auch, weil völlig unklar ist, ob die vom Land zugesagten Gelder für die Bewältigung der Aufgabe ausreichen werden und ob und was das Land nachfinanzieren wird. „Das heißt, wir müssten zunächst in Vorleistung treten“, so Pressesprecher Ingo Niemann. Auch steht fest, dass die genehmigte Dreiviertel-Arztstelle nicht ausreiche, um alle anfallenden Arbeiten zu bewältigen. Nötig wäre eine 1,25 Stelle, hat man errechnet. Weiter gibt es keinen Mitarbeiter für die EDV-Betreuung vor Ort und es gibt keinen Juristen, der die eingereichten Klagen zum Schwerbehindertenrecht begleiten kann. Alles in allem wird es durch die Kurzfristigkeit der Aufgaben-Übertragung zu erheblichen Bearbeitungsproblemen kommen.