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Verteidiger muss für Foul nicht zahlen

BOCHUM SV Arminia 08 Marten gegen FC Neuruhrort 1951 aus Bochum-Eppendorf - ein absolutes Kampfspiel.

13.11.2007

Beiden Mannschaften saß am 1. Mai 2005 die Angst vor dem drohenden Abstieg aus der Landesliga im Nacken. Es ging hitzig zu auf dem Platz. Ein harter Zweikampf aus der 60. Minute fand sogar ein juristisches Nachspiel vor der 5. Zivilkammer des Bochumer Landgerichts.

Schmerzensgeld

Ein Stürmer der Dortmunder Arminia verklagte seinen Bochumer Gegenspieler auf Zahlung von 3000 Euro Schmerzensgeld. "Ich holte gerade zum Schuss aus, als er mich einfach umgetreten hat", wirft der sichtlich frustrierte Kicker dem Verteidiger pure Absicht vor. Mit einem Kreuzbandriss musste der Martener damals vom Feld humpeln. Seine Mitspieler forderten Elfmeter, doch weder die Schiedsrichterin, noch einer der Linienrichter hatte das Duell als Foul gewertet.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Hoch: "Beim Fußball ist das natürlich ständiges Risiko, sonst müsste es nach jedem Spiel zehn Schmerzensgeldklagen geben." Der gebeutelte Kicker wollte das jedoch nicht als unglücklichen Zufall hinnehmen: "Ich habe schon auf hohem Niveau gespielt, aber so einen hart spielenden Gegner hatte ich noch nie. Ich konnte danach nicht mehr laufen." Doch das Gericht konnte keinen bösen Vorsatz feststellen und wies die Klage in zweiter Instanz ab. Schon vor dem Amtsgericht hatte der Martener verloren, dagegen aber Berufung eingelegt.

Beide abgestiegen

Genutzt hat der aufopferungsvolle Einsatz auf dem Platz übrigens wenig. Marten gewann zwar 2:0; heute spielen aber beide Mannschaften nur noch in der Bezirksliga. (AZ: 5S 154/07).