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Nach Klostermann-Transfer

VfL hat Altlasten jetzt abgearbeitet

BOCHUM Lukas Klostermann (18) verlässt den VfL Bochum und bindet sich bis 2018 an den Liga-Konkurrenten RB Leipzig. Zu den Ablösemodalitäten vereinbarten die Vereine das übliche Stillschweigen. Allerdings: Den Transfererlös wird der VfL Bochum wohl nicht in neues Personal investieren.

VfL hat Altlasten jetzt abgearbeitet

Lukas Klostermann (links) kehrt dem VfL den Rücken und bindet sich bis 2018 vertraglich an den Ligakonkurrenten RB Leipzig.

Dafür gibt es mehrere Gründe, die am Freitag sowohl Bochums Finanzvorstand Wilken Engelbracht als auch Sportvorstand Christian Hochstätter erläuterten. Die zuletzt erzielten Mehreinnahmen aus Beteiligungen an den Transfererlösen von Matthias Ostrzolek und Kevin Vogt sowie die nun fließenden Gelder aus dem Klostermann-Transfer benötigt der VfL Bochum, um Altlasten gegenzufinanzieren.Negative Effekte Konkrete Zahlen wollte Wilken Engelbracht aus Prinzip nicht öffentlich machen. Er nannte jedoch drei Bereiche, die zu zusätzlichen und nicht vorhersehbaren finanziellen Belastungen des Zweitligisten führten. So habe der VfL nach einer Betriebsprüfung, die den Zeitraum von 2004 bis 2011 umfasst, zunächst einmal Steuern nachzuzahlen. Weitere Belastungen ergeben sich zudem aus einer zu leistenden Steuervorauszahlung sowie dem Wegfall von Sponsorengeldern (u.a. Tipico). "Die sind drei nicht im Etat budgetierte negative Effekte, für die wir Gelder aus dem sportlichen Bereich benötigen", schilderte Engelbracht. "Wir sind jetzt solide finanziert, mehr aber auch nicht", so der Finanzvorstand. Die finanziellen Belastungen, die der VfL mit den zusätzlichen Einnahmen aus den Transfergeschäften nun glätten kann, dürften sich auf geschätzte 1,5 Millionen Euro belaufen. Bestätigt wurden diese Zahlen von den VfL-Verantwortlichen jedoch nicht.Unerwartete Größenordnung Sportvorstand Christian Hochstätter gab zu, mit diesen Größenordnungen nicht gerechnet zu haben, hat aber kein Problem damit, dass Gelder aus dem sportlichen Bereich verwendet werden, um diese negativen wirtschaftlichen Effekte abzufedern. "Natürlich hat auch der Sport seinen Teil dazu beizutragen, dass der Betrieb läuft", sagte Hochstätter. Schließlich habe ja auch die schwierige sportliche Situation in den vergangenen drei Spielzeiten dazu beigetragen, dass sich die Bochumer finanziell nach der Decke strecken mussten. Zusätzliche Einnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erhofft man sich an der Castroper Straße unter anderem durch mehr Zuschauer bei der Ligaspielen, durch neue Erfolge bei der Sponsoren-Acquise sowie signifikante Fortschritte bei der Mitgliederwerbung. Dass die Personalie Lukas Klostermann auf die Tagesordnung kommen würde, war abzusehen. Klostermanns Weigerung, den Vertrag beim VfL zu verlängern, konnte nur mit dem Angebot eines anderen Klubs zusammenhängen. Dass dieser Klub RB Leipzig heißt und den 18-jährigen Abwehrspieler bis 2018 an sich bindet, war dann doch eine Überraschung. Sportvorstand Christian Hochstätter war über diese Entwicklung nicht erfreut, machte aber deutlich, dass man bei Klostermann letztendlich die Identifikation mit dem VfL vermisste. Letztendlich habe der VfL dem Transfer aber zugestimmt, weil er unter finanziellen Aspekten damit zufrieden sein könne, so der Sportvorstand. Mit erfolgsabhängigen Zusatzvereinbarungen dürften die Bochumer geschätzt eine Million Euro erhalten.Bei den A-Junioren VfL-Trainer Peter Neururer gab deutlich zu verstehen, dass er den von Lukas Klostermann eingeschlagenen Weg nicht für den richtigen hält. Sein Kommentar: "Ich wünsche Lukas viel Gesundheit und einen neuen Berater." Auf der Homepage von RB Leipzig bezeichnete Klostermann den Wechsel als richtigen Schritt für seine sportliche Entwicklung. Sportdirektor Ralf Rangnick ließ unterdessen wissen, dass "Lukas neben dem regelmäßigen Training im Profi-Team zunächst auch Spielpraxis in der Bundesliga-Mannschaft unserer A-Junioren sammeln soll."

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