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Viel Beifall für Kurt Krömer an der Schaubühne

Berlin (dpa) Das mit Spannung erwartete Theatergastspiel des TV-Komikers Kurt Krömer an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz ging am Mittwoch mit kräftigem Beifall der Zuschauer und langen Gesichtern bei einigen Kritikern über die Bühne.

Hausherr Thomas Ostermeier führte Regie bei dieser schon 1937 am Broadway uraufgeführten Boulevardklamotte «Room Service» von John Murray und Allen Boretz, in der schon Stars wie Frank Sinatra, Jack Lemmon oder die Marx Brothers Erfolge einheimsten.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ließ es sich nicht nehmen, den «Robbie Williams vom Hermannplatz» bei seinem Bühnengastspiel am oberen Kurfürstendamm im «feineren Berliner Westen» zu erleben, auch wenn er dabei in den vorderen Zuschauerreihen allerhand derbe Theaterspäße samt «Hosen runter» über sich ergehen lassen musste. Am Ende glich die Bühne einem Trümmerfeld voll mit Essensresten, Unrat und Fäkalien.

Krömer steht im Zentrum einer chaotischen Theatertruppe, die sich seit Wochen in einem Hotel eingemietet hat und auf einen Sponsor als rettenden Engel wartet, um ihre Premiere auf die Beine stellen und die immense Hotelrechnung bezahlen zu können. Das ist voller Slapstick und wird von Ostermeier bis zur reinen Klamotte auf die Spitze getrieben, wobei die Grenzen des guten Geschmacks offenbar absichtsvoll schon bald auf der Strecke bleiben. Die Darsteller wie Thomas Bading, Robert Beyer, Christoph Gareisen und Jörg Hartmann tun ihr Bestes und zeigen teilweise auch ihr beachtliches komödiantisches Talent, auch wenn es für drei Stunden nicht anhaltend zu fesseln vermag.

Krömer spielt den gewohnt lässigen und oft scheinbar unfreiwillig komischen «Typen» mit schnoddrigem Berliner Tonfall, der auch Gesangseinlagen gibt und ironisch auf seine TV-Comedy-Show anspielt («morgens um 4.30 Uhr in der ARD» - sie lief kurz nach Mitternacht mit 10 Prozent Marktanteil bei den Zuschauern) oder plötzlich deftige politische Kollegenschelte übt - «Kennt man ja, Gustaf Gründgens, Johannes Heesters, Bernhard Minetti und Eva Herman, alles Leute, die nach dem Krieg einfach weitergemacht haben.»

Er habe sich früher «den Hintern aufgerissen» und vor vier Leuten gespielt, erinnerte sich Krömer im Vorfeld in einem dpa-Gespräch über seine ersten Auftritte in kleinen Bars. Heute sind seine Shows ausverkauft. Das gilt auch für die nächsten Vorstellungen an der von Peter Stein einstmals mitbegründeten Berliner Schaubühne, erst im Dezember gibt es wieder Karten.

Am 15. Dezember reserviert das rbb-Fernsehen Krömer einen ganzen Fernsehabend, der parallel auch in zwei Berliner Kinos auf der großen Leinwand zu sehen sein soll (Hackesche Höfe und Kant-Kino). Ab April will der Sender voraussichtlich eine zweite Staffel «Krömer - Die internationale Show» für Das Erste sowie eine eine 90-minütige Show für das rbb-Fernsehen produzieren, wie der Sender am Donnerstag ankündigte.

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