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Viel Trubel um falsche Handybestellungen

WITTEN Großer Bahnhof im Amtsgericht. Der Vorsitzende Richter, zwei Schöffinnen, ein Gerichtsschreiber, ein Staatsanwalt, drei Rechtsanwälte und fünf Zeugen sowie zwei Angeklagte, außerdem zwei Zeitungs-Reporter und zwei Zuhörer harren der Dinge, die da kommen sollen. Doch der dritte Angeklagte fehlt.

von Von Ingrid Piela

, 11.10.2007

17 Personen warten also gespannt, dass das Verfahren beginnt, doch ohne den dritten Angeklagten: nichts zu machen. Seine Mutter liege krank in Serbien und der Sohn sitze an ihrem Bett, lautet die Erklärung seines Anwaltes, der dem Gericht ein Attest in kyrillischer Schrift überreicht.

Die beiden Männer und die Frau werden beschuldigt, Handys unter falschen Namen bestellt zu haben. Wenn der Paketdienst die Geräte dann anlieferte, wurden rechtzeitig die Klingelschilder mit entsprechenden Namen präpariert. Bezahlt wurden die Handys natürlich nicht.

Angeklagter war nie richtig vorgeladen

So richtig zum Kippen brachte den Termin jetzt aber die Tatsache, dass der abwesende Angeklagte nie richtig geladen worden war. Etliche Versuche scheiterten, obwohl er immer noch unter derselben Recklinghäuser Adresse gemeldet ist. Richter Bernd Grewer: „Das ist ein richtiges Problem für uns.“

Die Ladung sei mit dem Vermerk „laut Nachbar verzogen“ zurückgekommen. Es geschehe häufig, dass Briefboten die Ladungen nicht an den Mann oder die Frau bringen könnten. Die Folge: Neuer Termin von Amts wegen. Die 17 Beteiligten verließen also mehr oder weniger unverrichteter Dinge den Gerichtssaal. Und weil schon der erste Prozesstag geplatzt war, treten alle demnächst zum dritten Mal an.