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Ingenieure und Techniker

Viel Verantwortung tragen

Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme haben einen abwechslungsreichen Job –und müssen sehr sorgfältig arbeiten.

Viel Verantwortung tragen

Sorgfalt ist Pflicht: Elektroniker wie Azubi Jean-Pascal Wolter müssen sehr gewissenhaft arbeiten – ansonsten gefährden sie nicht nur sich, sondern eventuell auch Kollegen. Foto: dpa

Ein Bürokomplex braucht ein neues Lüftungssystem. Oder vielleicht eine Alarmanlage. Und was ist mit dem Brandschutz? Das sind alles Fälle für Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme. Ein solcher will Jean-Pascal Wolter werden. Der 22-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung bei der Firma Alfred Eichelberger in Berlin. „Man kommt viel herum und lernt unglaublich viel“, erzählt Wolter. Mal arbeiten die Elektroniker in einem Wohn- oder Geschäftshaus, mal in einer Industriehalle, mal in einem Krankenhaus.

Und auch die Tätigkeit an sich ist vielfältig: Das reicht von der Planung einer Klimaanlage über die regelmäßige Wartung von elektronisch gesteuerten Heizungs- und Lüftungssystemen oder Fahrstuhlanlagen bis hin zur Fehlersuche darin. „Die Reparatur übernehmen sie dann oft selbst – oder sie stehen dafür in engem Kontakt mit anderen Dienstleistern“, sagt Anja Schwarz vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Von Bewerbern wird erwartet, dass sie teamfähig sind. „Sie sollten technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringen“, erklärt Carola Daniel vom Gesamtverband Gebäudetechnik. Auch mathematische Kenntnisse sind gefragt – etwa um elektrische Größen zu berechnen.

Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. „Der überwiegende Teil der Ausbildungsanfänger kann einen mittleren Schulabschluss vorweisen“, sagt Schwarz. Vor allem müssen Interessenten ein Bewusstsein dafür haben, welche Verantwortung das Arbeiten an elektronischen Anlagen und mit technischen Systemen mit sich bringt.

„Wenn man nicht mit viel Umsicht und Sorgfalt arbeitet, gefährdet man nicht nur sich, sondern gegebenenfalls auch Kollegen“, betont Wolter. Für den Arbeitsalltag gelten daher strenge Sicherheitsvorschriften, die Azubis während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung im Betrieb und in der ausführlich kennenlernen.

Skizzen anfertigen

In der Praxis läuft die Arbeit zum Beispiel so ab: In einem Gebäudekomplex sollen im Brandfall die Flucht- und Rettungswege, also die Treppenhäuser, rauchfrei bleiben. Dafür wird eine sogenannte Rauchschutz-Druckanlage installiert. Als Erstes benötigen die Elektroniker dafür einen Übersichtsplan mit der bereits bestehenden elektrischen Infrastruktur. Dann fertigen sie Skizzen der geplanten Leitungen an, die sie später verlegen.

Die Steuerzentrale der Rauchschutz-Druckanlage ist ein Schaltschrank. Damit lässt sich die Anlage so programmieren, dass sie ab einer bestimmten Menge Rauch automatisch Außenluft- und Zuluft-Klappen öffnet.

„Manchmal kann die Arbeit auch etwas monoton sein“, sagt Wolter. Etwa dann, wenn ein Schaltschrank für gleich 14 identische Treppenhäuser eingestellt werden muss. Und auch mit einem pünktlichen Feierabend klappt es nicht immer. „Wenn ein Projekt fertig werden muss, dann wird auch schon mal bis in den Abend hinein gearbeitet“, erzählt der Azubi.

Sobald eine Anlage oder ein System installiert und in Betrieb ist, müssen Wolter und seine Kollegen die späteren Nutzer in die Bedienung einweisen. „Dafür brauchen sie eine gute Ausdrucksweise und ein verbindliches Auftreten“, erklärt Daniel. Später müssen die Elektroniker die Anlagen dann regelmäßig inspizieren und warten. Treten Störungen auf, dann rücken die Fachleute ebenfalls an und begeben sich auf Fehlersuche.

Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme haben insgesamt fünf Einsatzgebiete: Sie sind in Betriebsgebäuden wie Fabrikhallen, in Wohn- und Geschäftshäusern, in Industrieanlagen wie Erdölraffinerien, in Funktionsgebäuden wie Kliniken oder Polizeistationen oder an Infrastrukturanlagen wie Beleuchtungsanlagen für Straßen tätig.

Mit der Wahl ihres Ausbildungsbetriebs entscheiden sich die Azubis für einen dieser Bereiche.

Nach der Ausbildung

Die Ausbildungsvergütung ist laut der Bundesagentur für Arbeit unterschiedlich: Im ersten Ausbildungsjahr bewegt sie sich in etwa zwischen 550 und 730 Euro und steigt dann bis zum letzten halben Jahr auf rund 700 bis 970 Euro. Die genaue Höhe hängt von der Region und vom jeweiligen Unternehmen ab.

Nach der Ausbildung arbeiten Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei Betrieben für Elektrotechnik, im Facility-Management oder bei Hausmeisterdiensten. Wer weiterkommen will, kann Elektrotechniker-Meister werden.

Der Job hat Zukunft, sagt Daniel. Denn die Fachleute sind zunehmend gefragt. Das liegt etwa an der wachsenden Popularität sogenannter Smart-Home-Systeme – nicht nur zu Hause, auch und gerade in Unternehmen und öffentlichen Gebäuden. Es gibt also noch viel zu tun für die Elektroniker – Jean-Pascal Wolter freut sich darauf.

dpa

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