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Ausbeutung von Arbeitern

Viele Firmen boykottieren Textilbündnis

BERLIN Vor eineinhalb Jahren stürzte eine Textilfabrik in Bangladesch ein. Mehr als Tausend Menschen starben. Jetzt hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sein Bündnis gegen die Ausbeutung von Textilarbeitern im Ausland gestartet. Doch nicht jedes Unternehmen will mehr Verantwortung übernehmen.

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Textilfabrik in China: Die Initiative will soziale und ökologische Mindeststandards in der Lieferkette durchsetzen. Foto: Dong Yanjun

Nach den verheerenden Fabrikunglücken hat in Bangladesch das Umdenken begonnen. Foto: Doreen Fiedler/Archiv

Mehr als die Hälfte der Firmen und Verbände, die Gerd Müller für seinen Pakt gewinnen wollte, traten dem Bündnis nicht bei. Sie erklärten, sie könnten nicht jeden Produktionsschritt bei ihren Lieferanten und Subunternehmern im Ausland komplett überwachen. Nur 29 Unternehmen sind beigetreten, unter anderem der Outdoorbekleidungshersteller Vaude Sport oder Hessnatur. Soziale und ökologische Mindeststandards Ziel der Initiative ist es, soziale und ökologische Mindeststandards in der Lieferkette durchzusetzen - vom Baumwollfeld bis zum fertigen Kleidungsstück. «Geiz ist geil, das kann nicht der Weg sein, nicht für Verbraucher und auch nicht für den Handel», sagte Müller am Donnerstag in Berlin. Wer nicht bereit sei, einen Euro mehr für seine Jeans zu bezahlen, trage Mitschuld am elenden Schicksal von Textilarbeitern in Staaten wie Bangladesch und Kambodscha. 

«Es gibt eine soziale Verantwortung sowohl bei den Unternehmen, aber auch eine soziale Verantwortung bei den Konsumenten», erklärte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann. «Geiz ist nicht geil, Geiz ist dumm», fügte er hinzu. Internetportal ab JanuarAls zweiten Schritt will das Bündnis mehr Transparenz für den Verbraucher schaffen. Müller zufolge soll es ab Januar 2015 ein Internetportal geben, das „Licht in das Dunkel der Textilsiegel“ bringt. Der Verbraucher soll darüber informiert werden, ob seine Kleidungsstücke nach sozialen und ökologischen Mindeststandards gefertigt wurden. Zudem schließt Müller langfristig ein gemeinsames Textilsiegel, aber auch gesetzliche Vorgaben nicht aus, wenn die Bedingungen in den Produktionsländern sich nicht verbessern. 

Katastrophe vor eineinhalb Jahren

Hintergrund des Bündnisses ist der Fabrikeinsturz in der Nähe der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch vor eineinhalb Jahren. Dabei waren über 1000 Menschen gestorben, bis heute werden Menschen vermisst.  Müller betonte, er respektiere die Haltung verschiedener Verbände und Unternehmen, die sich mehr Zeit für die Entscheidung nähmen, dem Textilbündnis beizutreten.von dpa, epd  

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Textilfabrik in China: Die Initiative will soziale und ökologische Mindeststandards in der Lieferkette durchsetzen. Foto: Dong Yanjun

Nach den verheerenden Fabrikunglücken hat in Bangladesch das Umdenken begonnen. Foto: Doreen Fiedler/Archiv

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