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Vier Kinder nach Trennungsstreit getötet

Ilsede (dpa) Erschütterndes Ende eines Trennungsstreits: Ein Vater aus Niedersachsen soll seine vier Kinder im Schlaf getötet haben. Der 36-Jährige aus Ilsede stehe unter dringendem Verdacht, das 12-jährige Mädchen und die Jungen im Alter von 5, 7 und 9 Jahren in der Nacht zum Freitag ermordet zu haben.

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Ein Ermittler im Garten des Reihenhauses, in dem vier Kinder zu Tode kamen. Foto: Jochen Lübke

Ein Ermittler trägt Gegenstände aus dem Reihenhaus, in dem vier Kinder zu Tode kamen. Foto: Jochen Lübke

Klettergerüst im Garten des Reihenhauses, in dem vier Kinder zu Tode kamen. Foto: Jochen Lübke

Eine Polizistin sperrt in Groß Ilsede bei Peine den Fußweg zu einem Reihenhaus ab, wo die Leichen eines Mädchens und dreier Jungen entdeckt wurden. Foto: Jochen Lübke

Die Leichen eines 12-jährigen Mädchens und von drei Jungen im Alter von 5, 7 und 9 Jahren wurden in diesem Reihenhaus von der Polizei entdeckt. Foto: Jochen Lübke

Ein Ermittler macht Aufnahmen von dem Haus, in dem vier Kinder zu Tode kamen. Foto: Jochen Lübke

Das teilte Staatsanwalt Bernd Seemann in Hildesheim mit. Die Kinder hatten Schnittverletzungen - ebenso wie ihr Vater, der sich das Leben zu nehmen versuchte. Der Mann kam mit schwersten Verletzungen in eine Klinik und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Er hinterließ einen Abschiedsbrief. Die Ermittler sehen Trennungsprobleme als Motiv der Familientragödie.

Die Mutter machte zum Tatzeitpunkt Urlaub im Ausland, wie der Staatsanwalt erklärte. Dort erhielt sie eine SMS, in der der Mann die Tat andeutete. Sie leitete die Nachricht an Verwandte weiter, die Polizei und Feuerwehr alarmierten. Polizisten entdeckten dann kurz vor Mitternacht die Leichen der Kinder und den verletzten 36-Jährigen in der Wohnung der Familie in einer Reihenhaussiedlung. Alle wiesen Schnittverletzungen auf, die Tatwaffe wurde zunächst nicht gefunden. Die toten Kinder sollten noch am Freitag obduziert werden. «Wir gehen davon aus, dass die Kinder im Schlaf getötet worden sind», sagte Staatsanwalt Seemann. Es habe wohl keine Schreie gegeben, durch die Nachbarn auf das Geschehen hätten aufmerksam werden können. Die Mutter, die sich nach Angaben von Nachbarn in der Türkei befand, machte sich unterdessen auf den Rückweg.

Anwohner reagierten mit Entsetzen auf die Bluttat. «Ich bin total geschockt», sagte eine Nachbarin. «Ich bin fassungslos.» Erschüttert zeigte sich auch der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde im Kreis Peine. «Man kann sich das gar nicht vorstellen», sagte Otto-Heinz Fründt zu «Spiegel Online». «Ich bin regelrecht gelähmt von dieser Information.» Nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums wird den Mitschülern der getöteten Kinder psychologische Hilfe angeboten.

Gegen den Familienvater sollte nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen werden, wenn er wieder aufwacht und sich äußern kann. Aus dem Abschiedsbrief und der SMS schließen die Ermittler, dass Beziehungsprobleme das Motiv sein könnten. Der 36-Jährige soll nach Aussagen von Nachbarn schwer depressiv und herzkrank gewesen sein. Von seiner Frau habe er sich im Guten getrennt, die Kinder seien bei ihm wohnen geblieben. Zu den Einzelheiten der Trennung konnte die Staatsanwaltschaft nichts sagen. Die beiden seien nicht geschieden gewesen. Es handele sich um eine vollkommen unauffällige Familie, meinte Seemann.

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