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Viermaliger Meister FCK ist nur noch drittklassig

Kaiserslautern. 20 Jahre nach dem letzten Gewinn der deutschen Meisterschaft als Bundesliga-Aufsteiger ist der ruhmreiche 1. FC Kaiserslautern am Tiefpunkt angekommen. Das Trio Frontzeck/Bader/Notzon muss den Traditionsclub nun fit für die 3. Liga machen.

Viermaliger Meister FCK ist nur noch drittklassig

Nach dem Abstieg verabschieden sich FCK-Coach Michael Frontzeck und sein Team von den Fans in Bielefeld. Foto: Guido Kirchner/dpa

Beim 1. FC Kaiserslautern haben nach dem wohl schwärzesten Tag in der 118-jährigen Vereinsgeschichte die Aufräumarbeiten begonnen.

Der viermalige deutsche Meister muss und will sich nach dem erstmaligen Absturz in die 3. Liga neu aufstellen. „Es kann für diesen Verein nur ein Ziel geben: sportlich und auch wirtschaftlich der Aufstieg“, sagte Sportdirektor Boris Notzon.

Am Morgen nach dem lange absehbaren Abstieg strahlte das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg tatsächlich im Sonnenschein. Doch der Glanz vergangener Zeiten besteht nur noch in Erinnerungen. Nach der 2:3-Niederlage bei Arminia Bielefeld kann sich der FCK in der 2. Fußball-Bundesliga nicht mehr retten.

Das Projekt Wiederaufstieg wird für den finanziell angeschlagenen Club ein riskantes Unterfangen. Dank jahrelanger Misswirtschaft musste der Club immer wieder um die Lizenz kämpfen. Auch für die 3. Liga hat er sie nur mit Auflagen erhalten. Lautern muss nachweisen, dass die Sponsorenverträge auch für die nächste Saison gültig sind.

„Wir tragen in diesem Verein seit Jahren die Bürde, jede Saison etwas Neues aufbauen zu müssen“, sagte Notzon. „Dieses Jahr sind so viel Dinge zusammengekommen, die konnten wir nicht mehr alle wegräumen.“

Der geplante Lizenzspieler-Etat von knapp fünf Millionen Euro für die kommende Saison sei für Drittliga-Verhältnisse ein gutes Budget. „Wir wollen von der Qualität her eine Zweitliga-Mannschaft zusammenstellen“, betonte Notzon.

Immerhin reduziert die Stadt nach langem Zögern die Miete des Vereins für das überdimensionierte Stadion von den vertraglich vereinbarten 3,2 Millionen Euro auf nur noch 425.000 Euro pro Jahr.

Sicher ist auch, dass Trainer Michael Frontzeck den Neuanfang und Umbruch gestalten soll. Welche Spieler den Weg nach unten mitgehen, ist noch offen: 90 Prozent der Verträge gelten vom Sommer an nicht mehr. Vor Frontzeck, Notzon und Sportvorstand Martin Bader liegt viel Arbeit. Das Grundgerüst der Mannschaft soll in der kommenden Saison zu einem Drittel aus Spielern der aktuellen Mannschaft sowie aus Neuzugängen und Akteuren aus der eigenen Talentschmiede bestehen.

„Natürlich konnten wir uns auf die Situation vorbereiten. Für die meisten von uns war es aber sicherlich der schlimmste Tag in der sportlichen Karriere“, sagt Kapitän Christoph Moritz. Ihren Führungsspieler müssen die Pfälzer in Zukunft ersetzen. „Die Zeit als Fußballer ist begrenzt. Wenn es die Möglichkeit gibt, weiter in der Zweiten Liga zu spielen, wird mir da bestimmt keiner böse sein“, sagte der 28 Jahre alte Moritz.

„Das ist ganz bitter für den Club und die gesamte Region“, sagte Frontzeck. „Es tut mir weh für die Mannschaft, denn gefühlt ist es eigentlich ein Witz, dass wir absteigen.“ Auch Bader war geknickt. „Natürlich ist es ein Tod auf Raten gewesen. Aber wir haben versucht, das Ganze noch am Leben zu halten.“

Die Fans des FCK hatten sich ebenfalls schon lange auf den Abstieg einstellen können. „You'll never walk alone“ sangen die 1500 Mitgereisten in Bielefeld. Das Training der Reservisten am Tag nach dem Spiel auf dem Betzenberg fand praktisch ohne Zuschauer statt. „Der FCK ist jetzt am Boden“, stellte Bader fest. „Aber es kann eine schöne Aufgabe sein, ihn wieder aufzurichten.“

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