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Villa Marckhoff: Endlich fällt die Bauplane

Fassade des Museums-Altbaus restauriert

BOCHUM. Noch verdeckt eine Plane die renovierte Fassade der Villa Marckhoff, gehört sie ganz den Bauarbeitern und Restauratoren. Doch in der nächsten Woche wird das Gerüst abgebaut. Mit einem Museumsfest wird am Sonntag, 19. September, die prachtvolle Fassade gefeiert.

von von Ronny von Wangenheim

, 26.08.2010

Es schien eine endlose Geschichte. Der Bauzaun steht schon so lange vor der Villa Marckhoff, dass es manch Schüler der benachbarten Goetheschule gar nicht mehr anders kennt. Lange wurde um die Realisierung gerungen. Seit Januar 2009 hängt die Bauplane. Bröckelnde Fassade Gestern führten Projektleiter Thomas Teltz und Bauleiter Thomas Ritter hoch hinauf auf das Gerüst. Weisen auf das Dach, das komplett erneuert wurde, erzählen von den Konstruktionsfehlern des Baus, von bröckelnden Fassadenteilen, der Statik, die im Laufe der Jahrzehnte nicht mehr tragfähig war. Praktisch jeder Baustein wurde in die Hand genommen. Teile wurden nummeriert und lagerten auf dem Rasen, bis sie repariert oder erneuert wurden. Ständiger Gesprächspartner: die Denkmalbehörde in Münster. Von ganz oben lassen sich jetzt noch aus der Nähe die beiden Figurenreliefs bewundern, mit denen die Familien Rosenstein und Marckhoff vor mehr als 100 Jahren ihre „Doppelhaushälften“ schmückten. Auf der linken Hälfte erinnerten die Rosensteins an den Bergbau, rechts haben die Marckhoffs mit Eule, Globus, Gesetzestafel und der Waage der Justiz gleich mehrere Zeichen gesetzt. Hier arbeiten die Restauratoren Peter Houy und Waltraud Hustermeier. Arme und Beine haben sie erneuert, sogar ein ganzes Gesicht ausgetauscht. Auch um diese beiden Schmuckstücke musste die Stadt kämpfen. Zwar war der Zwei-Millionen-Euro-Auftrag bereits vor der Haushaltssperre der Stadt Bochum abgesichert. Trotzdem kam aus Arnsberg die Anfrage, ob denn diese Restaurierung nicht nur Kosmetik und damit nicht dringend notwendig sei.Initiative von Bochumer Bürgern Während die Südfassade mit den Mitteln der Stadt restauriert wird, werden an der Ostfassade zur Kortumstraße die Mittel eingesetzt, die die Initiative Villa Marckhoff gesammelt hat. Von den Brüdern Fiege zum 125. Jubiläum ihrer Brauerei gegründet, haben sich hier viele Bürger für die Sanierung engagiert. „Die Initiative hat erst die Atmosphäre in der Stadt geschaffen, die das Mammutprojekt möglich machte“, weiß Museumsdirektor Hans Günter Golinski, dass dieser Einsatz mehr wert ist als die 200 000 Euro, die in den vergangenen Jahren zusammenkamen. An zwei Seiten wird die Villa jetzt wieder zum städtebaulichen Juwel. Doch West- und Nordseite müssen ebenfalls restauriert werden. Einige Stellen sind bröckelig. Wann es hierfür Geld gibt? Dr. Hans Hanke (SPD) gab sich gestern bei der Besichtigung kämpferisch: „Es kann doch nicht sein, dass jetzt hier ein neuer Bauzaun aufgestellt wird.“