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Virtuelles Bowling im Altenheim

Erna-David-Seniorenzentrum

Eigentlich wollten die Bewohner des Erna-David-Seniorenzentrums mit Schülern des Paul-Ehrlich-Berufskollegs am Dienstagmorgen Boule spielen. Doch wegen des schlechten Wetters musste schnell eine Alternative her.

BRÜNNINGHAUSEN

von Von Karim Laouari

, 12.06.2012
Virtuelles Bowling im Altenheim

Der 18-jährige Azad Tasman und die 78-jährige Ottilie Zöller bilden ein Team beim gemeinsamen Wii-Bowling-Spiel im Erna-David-Seniorenheim.

Bowling statt Boule hieß es am Dienstagvormittag im Erna-David-Seniorenzentrum. Gemeinsam mit 14 Schülern des Paul-Ehrlich-Berufskollegs warfen die Senioren virtuelle Bowlingkugeln auf der Wii-Spielekonsole. Schuld für den kurzfristigen Ortswechsel war das Regenwetter. Eigentlich wollten Schüler und Rentner draußen vor dem Seniorenheim Boule spielen und in der Sonne ein Pläuschchen halten. So wurde kurzerhand die Fernbedienung statt Metallkugeln geschwungen.Vor dem Fernseher sitzen der 18-jährige Azad Tasman und die 78-jährige Ottilie Zöller gemütlich nebeneinander und schwingen gemeinsam die Wii-Fernbedienung. Nach einem Fehlwurf gibt der Schüler seiner 60 Jahre älteren Teampartnerin ein paar Tipps und mit einem gemeinsamen Schwung fallen die ersten virtuellen Kegel.

Begonnen hat das gemeinsame Projekt zwischen Berufskolleg und Seniorenheim vor sechs Monaten. „In der Weihnachtszeit haben unsere Bewohner gemeinsam mit den Schülern Kekse gebacken und musiziert“, sagt Sozialarbeiter Michael Muth. Ein Kontakt sollte entstehen zwischen Rentnern und Schülern, um „hin und wieder eine gemeinsame Stunde zu verbringen“, erklärt Muth. Einige der Berufskolleg-Schüler haben während eines Praktikums im Seniorenzentrum schon erste Erfahrungen im Umgang mit den Bewohnern sammeln können. „Diese Jugendlichen wollen auch später in der Pflege arbeiten“, beschreibt Lehrerin Juliane Prins-Viertel. Das gemeinsame Projekt soll der Berufsvorbereitung dienen.

Auch wenn nicht alle Schüler später im Pflegebereich arbeiten wollen, macht ihnen das gemeinsame Videospiel sichtlich Spaß. „Der Kontakt zu den Senioren ist schön“, sagt der 18-jährige Hatim Hammoudan, der sich im Moment auf sein Abitur vorbereitet. Auch wenn der Vormittag anders geplant war, für Sozialarbeiterin Annette Hadem-Heinrichs ist das gemeinsame Spiel an der Konsole eine gute Alternative zum Boule. „Wir würden das gerne wiederholen“, sagt sie. Währenddessen setzt vor dem Fernseher das nächste Team zum gemeinsamen Wurf an.