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Vollstrecker veruntreut Erbe: Bank haftet begrenzt

Koblenz (dpa/tmn) Eine Bank haftet nicht grundsätzlich für die Veruntreuungen eines Testamentsvollstreckers. Das geht aus einem Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz hervor.

Eine Ausnahme gilt dem Richterspruch zufolge nur, wenn die Bank «massive Verdachtsmomente» hatte und den Machenschaften des Testamentsvollstreckers trotzdem tatenlos zugesehen hat (Beschluss vom 28.4.2008 - Az.: 5 U 27/08).

Das Gericht wies in dem Fall die Schadenersatzklage von Erben gegen ein Geldinstitut ab. Sie hielten der Bank vor, sie habe es zugelassen, dass ein noch von ihrer verstorbenen Stiefmutter eingesetzter Testamentsvollstrecker größere Beträge von Konten abgezogen habe. Dieses Geld habe ihnen als Erben zugestanden. Die Bank hätte sie daher über die finanziellen Transaktionen informieren und sie warnen müssen.

Das Gericht sah das anders. Die Richter räumten zwar ein, dass eine Bank gegenüber Kontoinhabern durchaus Schutzpflichten habe. Und darunter seien auch solche, bei deren Verletzung sie schadensersatzpflichtig werde. Das unberechtigte Handeln des Testamentvollstreckers sei aber nicht offensichtlich gewesen. Die Bank habe nicht erkennen können, dass die Geldgeschäfte nicht im Interesse der Erben gewesen seien. Und eigene Recherchen müssten die Geldinstitute in diesen Fällen nicht anstellen.

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