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Vom Himmel hoch

BOCHUM Jeder kennt die Melodie des weihnachtlichen Chorals "Vom Himmel hoch, da komm ich her". Gleich zweimal sollte sie den zahlreichen Zuhörern in der Christuskirche einen Tag vor Heiligabend das Fest versüßen.

von von Max Florian Kühlem

, 26.12.2007

Stadtkantorei und Symphoniker hatten zur traditionellen Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium geladen. Als Ergänzung zu den diesmal ausgewählten Kantaten 1, 3 und 6 hatte Stadtkantor Arno Hartmann eine ungewöhnliche Bearbeitung von Luthers Weihnachtslied ausgewählt: Der späte Bach hatte fünf Variationen darüber für Orgel komponiert, die Igor Strawinsky mehr als 200 Jahre später für Chor und Orchester bearbeitete. Mit einer eigenwilligen Orchesterbesetzung - mit Harfe, aber ohne Klarinetten, Hörner, Violinen und Celli - erklingt das Werk sehr transparent und merkwürdig abgehackt und dunkel.

Gassenhauer

Umso heller, strahlender wirkte dagegen der Einstieg in Bachs große geistliche Komposition, deren Stärke auch in der Integration weltlicher Festmusiken liegt. Das erste "Jauchzet, frohlocket!" des Chores ist fast schon ein Gassenhauer - die Stadtkantorei sang ihn mit fester Stimme, befeuert von den brillant aufspielenden Blechbläsern. Wenn in den fröhlich-feierlichen Passagen im hallenden Kirchenraum die musikalische Trennschärfe manchmal etwas verloren ging, eroberten die Musiker sie mit leiseren Passagen der ausgeglichenen Komposition wieder zurück: Etwa dem Choral "Ach, mein herzliebes Jesulein", der am Ende der ersten Kantate zur Melodie von "Vom Himmel hoch..." erklang.

Kleines Ärgernis

Ein wundervoller kammermusikalischer Moment gelang in der dritten Kantate mit dem Duett von Sopran Cornelia Horak und Bass Jens Hamann, das von einem feinen Duett der Oboisten Anke Eilhardt und Hans-Heinrich Kriegel umspielt wurde. Die im Weihnachtsoratorium besonders wichtige Rolle des Tenors füllte Daniel Johannsen hervorragend aus: Mit glasklarer Artikulation und sicherer Intonation absolvierte er die Evangelien-Rezitative. Über ein kleines Ärgernis wie die Einrichtung der Beleuchtung, die mehr das Publikum als die Musiker anstrahlte, half die hohe musikalische Qualität schnell hinweg.