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Von Piraten entführte deutsche Segler frei

Mogadischu (dpa) Nach sechs Wochen in der Hand somalischer Piraten ist das deutsche Segler-Paar frei und in Sicherheit. Das bestätigte das Auswärtige Amt am Samstag in Berlin.

Von Piraten entführte deutsche Segler frei

Bewaffnete Somalier westlich der Hauptstadt Mogadischu. (Archiv- und Symbolbild)

Der 63 Jahre alte deutsche Skipper und seine 51-jährige Lebensgefährtin «befinden sich gegenwärtig in sicherer Obhut in der Deutschen Botschaft in Nairobi (Kenia) und werden dort intensiv betreut», sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Die Befreiten seien von den Strapazen der Geiselhaft gezeichnet, es gehe ihnen aber den Umständen entsprechend gut. Die Segler aus Baden-Württemberg, waren in einer Jacht vor der Küste des afrikanischen Landes Somalia unterwegs, als sie am 23. Juni von Piraten verschleppt wurden.

Nach Angaben der somalischen Behörden wurde ein Lösegeld von einer Million Dollar (etwa 666 500 Euro) gezahlt. Ein Vermittler erklärte, die Seeräuber, die ursprünglich zwei Millionen Dollar forderten, hätten nur 600 000 Dollar erhalten. Den Rest hätten die Behörden von Puntland kassiert. Unklar ist, wer das Geld gezahlt hat.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte: «Beide Segler sind erleichtert, nach sechs Wochen der Angst und der Ungewissheit wieder in Freiheit zu sein.» In einem Telefonat mit dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatten die Segler zuvor verzweifelt um Hilfe gebeten. «Wir schlafen auf der Erde und sind krank», sagten sie. Die Kidnapper hätten mit Speedbooten Jagd auf das Segelboot gemacht und schon von weitem Schüsse abgegeben. Dann seien sie an Bord gekommen. Drei Tage später sei das Paar ins Hochland verschleppt und ständig von 40 bis 50 Leuten bewacht worden.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) reagierte mit großer Erleichterung auf die Nachricht von der Freilassung. «Wir sind sehr froh, dass die entführten Baden- Württemberger wieder in Freiheit sind», sagte Oettinger am Samstag in Stuttgart.

Piraterie ist vor der Küste Somalias weit verbreitet. Besonders in diesem Jahr ist die Zahl der Überfälle auf Jachten, Luxusschiffe, aber auch auf Fischereiboote am Horn von Afrika stark gestiegen. Erst am vergangenen Sonntag war der unter Panama-Flagge fahrende Frachter «Stella Maris» mit 20 philippinischen Seeleuten an Bord entführt worden. Vor knapp zwei Wochen war ein vor Somalia entführtes Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann nach 41 Tagen wieder freigegeben worden. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi soll ein Lösegeld in Höhe von 750 000 US-Dollar gezahlt worden sein.

Die Behörden der betroffenen somalischen Region haben wiederholt Lösegeldzahlungen an die Seeräuber kritisiert. Sie befürchten, dass dadurch nur zusätzliche Anreize geschaffen werden, Schiffe zu überfallen und Ausländer zu entführen. Außerdem ermöglichen die Einnahmen aus den Lösegeldern den Piraten technische Aufrüstung. Die somalische Regierung hat zwar zugesichert, verstärkt gegen die Seeräuber vorzugehen. Sie ist aber so instabil und schwach, dass sie kaum Möglichkeiten hat, die Piraterie zu stoppen. In der Region Puntland, in der die meisten Piraten aktiv sind, wurde im Frühjahr die Todesstrafe für Seeräuberei eingeführt.

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