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Von Schloss zu Schloss entlang der Loire

Blois (dpa/tmn) Wer träumt nicht von einem Leben im Schloss? An der Loire in Frankreich kann dieser Traum wahr werden: Morgens können Touristen die Renaissance-Paläste besichtigen, durch deren Parks streifen und sich nachts in einem Schlösschen königlich betten.

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Seit Jahrhunderten im Familienbesitz: Im Schloss Cheverny können Urlauber eine alte Möbelsammlung besichtigen. (Bild: David/dpa/tmn)

Eine der schönsten Anlagen in der Loire-Region: Schloss Chenonceaux wurde im 16. Jahrhundert quer über das Flüsschen Cher errichtet. (Bild: MDLF/Philippe/dpa/tmn)

Die Gärten am Château de Chaumont-sur-Loire werden jedes Jahr neu und fantasievoll gestaltet. (Bild: MDLF/CRT Centre-Val de Loire/Delong/dpa/tmn)

Nahe des Château de Chaumont-sur-Loire zeigt sich Loire ganz naturbelassen. (Bild: MDLF/CRT Centre-Val de Loire/Duriez/dpa/tmn)

Hohe Schule der Reiterei: Schloss Chambord ist Schauplatz von farbenfrohen Vorführungen mit edlen Pferden. (Bild: MDLF/Prunevieille/dpa/tmn)

Viele historische Gemäuer auf engem Raum: Zwischen Orléans und Tours liegt das «Tal der Schlösser». (Bild: Hauschildt/dpa/tmn)

Viele Schlösser bei Tag und bei Nacht erleben - kaum irgendwo geht das so gut wie an der Loire. Wenn es Nacht wird in Blois, versammeln sich viele Menschen im Schlosshof im Zentrum der Stadt. Die «Son-Lumière-Aufführung», eine Schau aus Lichtprojektionen an den Fassaden, Musik und Erzählung lässt dort viele Dramen, Kriege und Geheimnisse des Hofes aufleben. Gleich beim Eingang über dem Portal begrüßt König Ludwig XII. die Besucher als Reiterstandbild. «Blois war einst königliche Hauptresidenz», erzählt Catherine Garrigon und zeigt auf die gemeißelten Lilien auf den Säulen, das Emblem der französischen Könige. Dann schreitet die Schlossführerin den achteckigen Treppenturm hinauf, der sich spiralförmig nach oben windet.

Hofstaat und Adel ließen sich im Tal der Loire auch wegen seiner Naturschönheit nieder. Die Flusslandschaft hat sich viel an Ursprünglichkeit erhalten. Ähnlich wie ein Schlossbesuch wirkt ein Spaziergang durch die wild bewachsenen Uferauen wie ein Flanieren durch vergangene Zeiten. Vögel bevölkern die Sandbänke im Wasser. Frankreichs längster Fluss wurde nie begradigt oder kanalisiert.

Ein beliebtes Ziel ist heute das Château de Chaumont-sur-Loire. Dort spazieren im Sommer allerdings mehr Menschen durch die Gärten, als dass sie über die Zugbrücke die Anlage aus dem 15. Jahrhundert betreten. Beides zusammen bildet einen starken Gegensatz: Hier steht die spartanisch eingerichtete Burg - dort sind die üppigen, fantasievollen Gärten zu bewundern. «Das Festival des Jardins, unser Internationales Gartenfestival, wurde 1992 gegründet», erläutert die Führerin Julie Cabedoce. «Künstler aus der ganzen Welt gestalten moderne Gärten jedes Jahr aufs Neue und immer unter einem anderen Motto.» Das Thema 2008 lautet «Gärten der Teilung». Damit ist das Teilen zwischen Mensch und Natur gemeint, aber auch das Teilen von Erfahrungen im Garten, von Schönheit, Farbe, Licht und Schatten.

Im Park von Château Chenonceaux sind dagegen zwei typische Renaissance-Gärten zu besichtigen: Einer wurde von der Königin Katharina von Medici angelegt, der andere von ihrer Rivalin, der königlichen Mätresse Diane de Potiers. Diese Lustgärten mit ihren von Rosen gesäumten Beeten und den geschwungenen Rasenmustern wirken wie irdische Paradiese, wären da nicht die Besuchermassen im Sommer. Auch im Heckenlabyrinth drängen sich Erwachsene und Kinder und amüsieren sich königlich.

Das Schloss Chenonceaux selbst gilt als eines der herrlichsten Bauwerke in der Loire-Region. Es wirkt als würde es über dem Wasser schweben, denn seine Galerie wurde auf Pfeilern über den Fluss Cher gebaut, einem Seitenarm der Loire. So erkunden Touristen den Prachtbau auch vom Boot aus und rudern unter dem Schloss hindurch. Chenonceaux prunkt auf drei Etagen mit Kaminen, Himmelbetten und Gemälden. Im Unterbau befindet sich eine große Renaissance-Küche. Sie ist voll eingerichtet, so als würde gleich ein Regisseur rufen: «Film ab!». Bei einem nächtlichen Spaziergang mit historischer Musik fällt es leicht, sich die rauschenden Feste der Vergangenheit vorzustellen.

Ein weiteres Schloss ist Château de Cheverny südlich der Loire. Es verfügt über viele Originalmöbel - eine Seltenheit an der Loire, weil die Möbelstücke früher auf Reisen mitgenommen wurden. Hier aber wirken die Gemächer, als wären sie gestern noch benutzt worden. Die Wände sind mit Leder bespannt, mit Wandteppichen und Gobelinen geschmückt.

Als Krönung aller Schlösser an der Loire gilt Château Chambord. Das Renaissance-Bauwerk ist so groß, dass sich mancher Besucher darin verläuft. Das Schloss ist 156 Meter lang, 56 Meter hoch und hat mehr als 420 Räume. Selbst das Dach mit seinen vielen Türmchen und Kaminen bietet genug Platz zum Herumspazieren. Trotzdem wirkt die Anlage verspielt wie ein Märchenschloss.

Im 18. Jahrhundert gehörte Chambord dem Marschall Moritz von Sachsen. Für mehr als 200 Pferde ließ er hier Stallungen bauen, in denen heute farbenfrohe Reiterspektakel der Hohen Schule stattfinden. Chambord liegt inmitten eines Wildschutzgebietes, das so groß ist wie die Innenstadt von Paris. Eine 32 Kilometer lange Mauer umgibt die Anlage, in der sich Hirsche und Wildschweine tummeln.

Und dann wird es wieder Nacht, Musik erklingt vor der Fassade. Die Stunde schlägt für «Les Clairs de Lune», das Lichtspektakel von Chambord. Es führt die Zuschauer zurück in die Zeit der Renaissance und zieht sie in eine Welt der Feste und des Prunks. Einen Hauch von diesem höfischen Glanz können Besucher heute noch erhaschen.

Informationen: Maison de la France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Telefon: 0900/157 00 25 (für 49 Cent pro Minute), Comité Régional du Tourisme Centre, Telefon von Deutschland: 0033/2/38 79 95 28

Offizielle Tourismus-Seite für Frankreich: www.franceguide.com

Die Schlösser im Loiretal: www.visaloire.com

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