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Von fremden Blicken und Grenzgängen

BOCHUM Das Thema der diesjährigen RuhrTriennale, "Aus der Fremde", hat viele Facetten. Einige von ihnen wird die Literaturreihe, die in guter Tradition wieder sonntagmorgens in der Jahrhunderthalle stattfindet, durch hochinteressante Autoren beleuchten lassen.

von Von Florian Kühlem

, 06.08.2008

"Das Thema 'Fremde' ist ein irrsinnig weites Feld", sagt RuhrTriennale-Dramaturgin Eva-Maria Voigtländer, die die Literaturreihe in diesem Jahr kuratiert. Ein Aspekt gehöre gerade hier in der Region aber unbedingt dazu: die Migrationserfahrung. "Sonst würde es zu einer abgehobenen Elfenbeinveranstaltung", glaubt Voigtländer.

Gastarbeiterin

Die Autorin Emine Sevgi Özdamar wird so in ihrer Lesung am 21. September von spannenden Grenzgängen berichten: 1965 kam sie das erste Mal nach Deutschland und arbeitete als klassische Gastarbeiterin bei Siemens in Berlin. 1979 wurde sie Ensemblemitglied des Bochumer Schauspielhauses und im Jahr 1982 zur ersten deutsch-türkischen Theaterautorin. Sie ist damit eine Pionierin der deutsch-türkischen Kultur, die heute zur Selbstverständlichkeit geworden ist und etwa den berühmten Filmregisseur Fatih Akin hervor gebracht hat. Die Verbindung zu ihm wird in Özdamars Lesung der Schauspieler Birol Ünel ("Gegen die Wand") schaffen. Er ist ein guter Freund der Autorin und wird, wenn keine Dreharbeiten mit Akin dazwischen kommen, aus einigen ihrer Texte lesen.

Zwei Blickrichtungen

Zwei Blickrichtungen schlägt das restliche Programm der Literaturreihe ein, die ab dem 24. August jeweils sonntags um 11 Uhr wieder in einem eigens eingerichteten Bühnenraum stattfindet: Der berühmte niederländische Autor Cees Noteboom begab sich als junger Mann auf eine Reise, die immer noch andauert, und erzählt so am 28. September von unserem Blick in die Fremde.

Den Blick der Fremden auf uns werfen am 31. August in Deutschland geborene junge Dichter mit Migrationshintergrund. Der deutsch-kurdische Sherko Fatah oder der als Sohn türkisch-armenischer-jüdischer Eltern geborene Nuran David Calis haben extra für die RuhrTriennale Texte verfasst, die vom Einfluss der Fremdheitserfahrung auf ihre Arbeit handeln.