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Vor allem die Kleinen leiden

BOCHUM Strompreise, Spritpreise - die steigenden Energiekosten sind in aller Munde. Zu den Leidtragenden gehören Unternehmen, die besonders auf Energie und Kraftstoffe angewiesen sind.

von von Nina Vogt

, 12.08.2008

Bei der IHK in Bochum hätten sich zwar bisher noch keine Unternehmen gemeldet, die vor finanziellen Problemen stehen, sagt Rouven Beeck, Sachgebietsleiter Verkehr. Jedoch befürchte er bei den aktuellen Preisexplosionen, dass mittelfristig einigen kleineren und mittelständischen Unternehmen der Gang zum Konkursrichter bevorstehe. Gerade kleinere Unternehmen seien es, die unter den Preissteigerungen leiden.

Offene Briefe

Betroffen sind die unterschiedlichen Branchen auf verschiedene Weise. So leide die Transportbranche nicht nur unter steigenden Spritkosten. Auch die geplante Erhöhung der Maut von rund 13,5 Cent auf rund 16,3 Cent pro Kilometer bedeute für sie eine eklatante Verteuerung.

Deshalb hat die IHK sich bereits mit offenen Briefen an das Verkehrsministerium gewendet: "Wir fordern eine Rücknahme der Mauterhöhung", sagt er. "Außerdem sind wir gegen die Überlegungen der EU, auch die so genannten externen Kosten - für die Folgen von Lärm, Staus und Klimawandel - auf die Transportunternehmen umzulegen."

Taxi- und Mietwagenunternehmen, erklärt der IHKler, seien nur von der Erhöhung der Spritkosten betroffen. "Betrug der Anteil an den Betriebskosten früher rund fünf Prozent sind es heute fast zwanzig", erklärt er. Die Taxitarife seien behördlich festgelegt, den Unternehmen seien also die Hände gebunden. Ebenso wie Firmen im Busgewerbe: "Die haben langfristige Verträge", so Beeck.

Kein Königsweg

Einen Königsweg zur Lösung der Probleme sieht Rouwen Beeck nicht. "Ich kann den Unternehmen nur raten, sich rechtzeitig auf steigende Kosten einzustellen", sagt er. Er empfehle Gespräche mit ihren Kunden: "Firmen müssen versuchen eine Lösung findet, die gestiegenen Kosten weiterzugeben."

Leidtragende der gestiegenen Energiekosten sieht Rouwen Beeck in Bochum weniger: "Aluminium, Papier- und chemische Industrie sind hier kaum vertreten", sagt er. Viele energieintensive Unternehmen hätten bereits - wie zum Beispiel Thyssen Krupp ihre Hochöfen - auf Gasbetrieb umgestellt. Bisher habe sich noch kein Unternehmen ratsuchend an die IHK gewendet. Er sehe auch die Verkehrsbranche direkter betroffen: "Die bekommen die Preissteigerungen jeden Tag zu spüren - bei jedem Halt an der Tankstelle."