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Als Ablenkung voraus

Prozess

Es war wohl die Verlockung des schnellen Geldes, die einen 43-jährigen aus Vreden in die Fänge einer Drogenschmuggler-Bande getrieben hat. „Das war alles ein großer Fehler“, sagte der Mann am Donnerstag vor dem Landgericht Münster.

VREDEN/MÜNSTER

von von Jörn Hartwich

, 14.06.2012

Fünf Angeklagte, über hundert Kilo Marihuana und Haschisch: Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Männer aus Vreden, Hannover und Holland tief in der Rauschgift-Szene verwurzelt waren. Die Drogen wurden angeblich über die holländisch-deutsche Grenze geschmuggelt und dann weiter nach Hannover oder Stuttgart transportiert. Dort wurde die heiße Ware von neuen Kurieren übernommen. Anlaufpunkt in Hannover war der Parkplatz eines großen Möbelhauses. Der „Job“ des Vredeners: Er sollte mit seinem Wagen vorwegfahren und Ausschau halten. „Ich sollte gucken, ob irgendwo Kontrollen sind“, sagte er den Richtern. „Ich sollte auffallen, damit die Polizei mich anhält – und nicht die anderen.“ Er selbst habe nämlich nie Drogen im Auto gehabt.

Seine Festnahme konnte der 43-Jährige allerdings trotzdem nicht verhindern. Ausgerechnet, als er nach eigenen Angaben gerade aus dem Geschäft aussteigen wollte, klickten die Handschellen. Auf einem Parkplatz bei Gronau war das „Spiel“ vorbei. „Ich dachte erst, die Polizisten wollen mich erschießen“, sagte der Angeklagte vor der 8. Strafkammer des Landgerichts. Die Festnahme war offenbar sehr rabiat verlaufen. Nach eigenen Angaben war der Vredener gerade aus Holland gekommen und hatte einem Komplizen erklärt, dass Schluss sei. „Ich hatte einfach zu viel Schiss gekriegt“, sagte er den Richtern. Der geplante Ausstieg wäre auch kein Problem gewesen: „Ich wurde ja zu nichts gezwungen.“ Laut Anklage wurden pro Fahrt (bei ihm geht es um vier) 14 bis 20 Kilo Haschisch oder Marihuana transportiert. Dafür will der 43-Jährige jeweils 600 bis 700 Euro „Lohn“ erhalten haben. Der Prozess wird fortgesetzt.  

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