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Ausstellung zum Dreifach-Jubiläum feierlich eröffnet

Hamaland-Museum

VREDEN "Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist das Beste, was der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann", sprach einst Adolph Kolping. Fast scheint es, als wenn sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Georg, die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) St. Georg und die Kolpingsfamilie Vreden genau diese Worte zur gemeinsamen Zielsetzung gemacht hätten.

von Von Denise Perrevort-Elkemann

, 15.08.2010
Ausstellung zum Dreifach-Jubiläum feierlich eröffnet

Dr. Volker Tschuschke vom Landeskundlichen Institut während seiner Eröffnungsansprache.

Dreifach und deutschlandweit einmalig ist nun das Jubiläum, das die drei Verbände in diesem Jahr feiern, und dem die am vergangenen Sonntag eröffnete Ausstellung „100 Jahre gelebter Glaube“ im Hamaland-Museum Vreden gewidmet ist. Initialzünder für die Verbandsgründungen waren die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen, die die Industrialisierung mit sich brachte. Vreden sei in punkto Industrialisierung eine Art „Spätzünder“ gewesen, erläuterte Dr. Volker Tschuschke vom Landeskundlichen Institut Westmünsterland.

Während andernorts die Industrie bereits jahrelang blühte, erreichte Vreden die industrielle Arbeitsform erst Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Gründung von Fabriken wie der Pickerfabrik Westfalia oder der Weberei Hecking. Und in diese kurze Blüte Vredens im Wilhelminischen Zeitalter, so Dr. Tschuschke, fiel die Gründung von Arbeiter-, Gesellen und Mütterverein 1910. In letzterem etwa manifestierte sich das damalige Rollenverständnis der Frau äußerst eindrucksvoll. Das Leben der Frau war bestimmt von den drei großen K: Kirche, Küche, Kinder – anschaulich durch Exponate und Texte in der Ausstellung dokumentiert. Ziele des Müttervereins waren „die Selbstheiligung der Mütter, die Beförderung eines wahrhaft christlichen Familienlebens, namentlich die echt christliche Erziehung der Kinder“. Diese Ziele wurden durch Standespredigten, Gebet- und Erbauungsbücher oder aber auch Broschüren zum Beispiel über die „sparsame Haushaltsführung“ ausführlich erläutert.

Heute mag man über solche Formulierungen schmunzeln, zur damaligen Zeit war der Mütterverein, ebenso wie der Gesellen- und der Arbeiterverband, eine Art sozialer Sicherungsverband, in dem sich die Frauen aufgehoben fühlten und der ihre Interessen vertrat. Die Industriealisierung hatte zur drastischen Veränderungen in der Arbeitswelt geführt. Verspätungen wurden mit Lohnabzügen geahndet, Kündigungsschutz war gänzlich unbekannt. Und genau da griff der Arbeiterverband, eine Organisation, die sich der Wahrung der Arbeitnehmerangelegenheiten kümmerte, Unterstützung und auch gesellschaftliche Unterhaltungen bot. Kennzeichnend für alle drei Verbände ist neben dem sozialen Engagement der gelebte Glaube, der bekanntlich Berge versetzen kann. 

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