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Bauen im Westen von Vreden

Gebiet wird erweitert

In der nächsten Ratssitzung kann alles klar gemacht werden für das nächste Neubaugebiet im Westen Vredens: Dann kann der Satzungsbeschluss fallen für den Bebauungsplan „Hof Schulze-Wissing, Teil zwei". Das hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig empfohlen. Der Blick ging noch weiter in die Zukunft: Südlich der Fasanenstraße und an der Pirolstraße sehen Stadtverwaltung und Kommunalpolitik Möglichkeiten für eine zukünftige Wohnbebauung.

VREDEN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 22.06.2012
Bauen im Westen von Vreden

Der Kirchturm St. Georg lugt zwischen den Häusern im Baugebiet Hof Schulze Wissing hervor - diese Aussicht können im nächsten Jahr auch die Häuslebauer im Erweiterungsgebiet genießen.

Neue Eigenheime im Westen der Stadt sind das Ziel: Der Bauausschuss hat am Donnerstag einstimmig dem Rat empfohlen, den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hof Schulze Wissing, Teil zwei“ zu fassen. 50 000 Quadratmeter Bauland sollen dadurch zwischen Zwillbrocker Straße, Deventerstraße und der Umgehung erschlossen werden können. Die Erleichterung war allenthalben zu spüren bei den Kommunalpolitikern: „Ein paar Monate noch, dann kann es losgehen. Das ist eine gute Nachricht für die Häuslebauer“, kommentierte Heinrich Wildenhues (CDU). „Das ist viel Papier. Da kann man sich vorstellen, dass es ein paar Stunden Arbeit gegeben hat,“ meinte Wildenhues mit Blick auf die 130-seitige Sitzungsvorlage zu diesem Tagesordnungspunkt mit städtebaulichen Verträgen, Gutachten und Abwägungstabellen. „Wir befinden uns im avisierten Zeitplan“, machte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch deutlich und bescheinigte seinem Rathausteam „eine reife Leistung“: Es seien Verhandlungen unter nicht einfachen Voraussetzungen gewesen, blickte er zurück. Manchem auch im Rat hatten die Verhandlungen und Vorbereitungen zu lang gedauert. Aber auch Bauausschussvorsitzender Hermann Geesink pflichtete dem Bürgermeister bei: „Die Verwaltung hat mit vielen Nackenschlägen arbeiten müssen“. Umso größer die Freude über die Fraktionsgrenzen hinweg darüber, dass jetzt in absehbarer Zeit wieder gebaut werden kann in Vreden, das betonte auch Gerd Welper (Grüne).

Auf Nachfrage von Heinrich Noldes (FDP) teilte Fachbereichsleiter Joachim Hartmann eine aus städtischer Sicht interessante Zahl mit: Rund 50 Grundstücke wird die Stadt vergeben können, die anderen Baugrundstücke würden von privater Seite vermarktet – aber auch für diese Grundstücke bestehe eine Bauverpflichtung innerhalb der nächsten sieben Jahre nach Kauf. Die derzeitige Bewerberliste für städtische Baugrundstücke sei länger, so Hartmann weiter. „Das wird jetzt kein Vorratsgebiet“, meinte er. Aber er gehe davon aus, dass die derzeitige Nachfrage befriedigt werden könne. In der nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 27. Juni, sollen dann auch die städtebaulichen Verträge mit zwei betroffenen Landwirten vom Rat abgeschlossen werden. Diese sind die Voraussetzung dafür, dass der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst werden kann. 

Wie geht es weiter für die Bauwilligen in Vreden? Diese Frage stand auch im Bauausschuss an. In früheren Jahren ging es nur um eins: um die Ausweisung neuer Baugebiete. Mittlerweile – darüber herrscht auch in der Vredener Kommunalpolitik und Stadtverwaltung Einigkeit – reicht das allein nicht: Ältere Siedlungen müssen auch in den Blickpunkt rücken. „Es ist ein Spagat“, leitete Fachbereichsleiter Joachim Hartmann ein. Es gebe eine große Nachfrage nach Neubaugebieten, aber die Weichen müssten jetzt gestellt werden in dem Wissen, dass das nicht ewig andauern werde und Effekte auf bestimmte Baugebiete auch im Sichtfeld bleiben müssten. Was die Neubaugebiete angeht: Im Flächennutzungsplan sind einige Flächen innerhalb des äußeren Rings gekennzeichnet, die sich als Wohnbauflächen eignen würden. Zwei davon kommen jetzt in die engere Wahl, was durch die Aufstellung von Bebauungsplänen dokumentiert wird: Der Bauausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, die Bauleitplanung für die Gebiete „Fasanenstraße-Klosterhook“ und „Pirolstraße“ anzugehen. Den südlichen Bereich rund um den Fasanenweg sehe er als geeignet, weil dort keine Immissionsschutzprobleme zu erwarten seien, ein Lückenschluss zwischen bestehenden Siedlungen entstehe und dass ein Teil der Fläche bereits im Eigentum der Stadt ist, zählte Hartmann auf. An der Pirolstraße sei als einzige „Planungsrestriktion“ der dortige Tennisplatz zu sehen. „Dies kann jedoch im weiteren Planungsverfahren berücksichtigt werden“, ordnete der Fachbereichsleiter den Platz nicht als Ausschlusskriterium ein. „Es ist sinnvoll, zwei Gebiete anzugehen. Das macht uns unabhängiger und nicht erpressbar“, sah Alfons Effing (SPD) einen Vorteil in der Vorgehensweise. Wie ältere Siedlungen attraktiv gehalten oder gemacht werden können – das soll in einer Bauausschusssitzung direkt nach der Sommerpause thematisiert werden, kündigte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch an.

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