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Blühende Kostbarkeiten

Vredener sammelt Kakteen

VREDEN Rudolf Heßing hat ein ganz besonderes Hobby – er züchtet epiphytische Kakteen (Epikakteen), die minimale Stacheln und ganz verschiedene Blattformen haben.In seiner riesigen Gartenstellage stehen rund 2000 verschiedene Exemplare dicht beieinander, die meisten davon aus eigener Züchtung.

von Von Anne Rolvering

, 13.08.2010

Im Jahr 1981 schenkte ihm seine Schwester ein paar stachelige Kakteen, und nachdem sich Bauernkakteen aus der Nachbarschaft dazugesellten, begann er sich für die Vermehrung der Pflanzen zu interessieren. „Biologie war in der Schule mein Lieblingsfach, daher wusste ich, wie man die Pflanzen mit Blütenpollen vermehrt und aus den Samen der Frucht neue Kakteen züchtet.“   Die stacheligen Freunde verschwanden rasch aus seiner Sammlung. Er wollte am liebsten kleinwüchsige Epi-Kakteen mit interessanten Blattformen und einer verlängerten Blühdauer sammeln: „Daher habe ich meine Kakteen mit Wildsorten eingekreuzt und lange experimentiert“, blickt der 45-Jährige zurück.

Nach fünfzehn Jahren hatte er schon eine stattliche Zahl von Kakteen gezüchtet, jede Pflanze gekennzeichnet und mit einer Zuchtnummer in einem Register aufgeführt. Vor einigen Jahren lernte er durch das Internet Epi-Züchter aus aller Welt kennen. „In Deutschland gibt es, soviel ich weiß, nur einen weiteren Epi-Kakteen-Züchter mit einer großen Sammlung. Ansonsten habe ich unter anderen Kontakt zu Sammler-Kollegen aus den USA, Japan, Australien und Neuseeland.“ Im Frühjahr besuchte er ein Epi-Kakteen-Züchter-Treffen in Los Angeles und hielt dort einen englischsprachigen Vortrag über meine drei Zuchtlinien.

Die Epi-Kakteen stammen ursprünglich aus Mittelamerika und wachsen in den Bergnebelwäldern. Sie blühen besonders farbenprächtig und haben eine Blütengröße von zwei bis zu 30 Zentimetern. Viele Wildsorten blühen nur eine Nacht – die Hybride von Rudolf Heßing blühen bis zu sieben Tage. „Die Früchte, die aus den Blüten wachsen, sind essbar. Sie werden bei mir aber direkt für die Vermehrung genutzt.“ Neunzig Prozent der Neupflanzen seien für ihn Durchlauf, also keine Verbesserung: „Aber bei den restlichen zehn Prozent hatte ich schon tolle Erfolge. Es ist mir gelungen eine Pflanze zu züchten, die ihre Farbe von weiß zu rosa und dann zu orange wechselt.“ Deshalb habe er sie Chamäleon genannt.“

50 seiner Epi-Kakteen sind schon bei der Society of America registriert. Jede dieser Pflanzen wurde von Heßing betitelt. Die erste Registrierung hat er „Pingsterbrut“ getauft, da sie zu Pfingsten blüht, weitere sind beispielsweise nach seiner Oma „Bendine“ oder nach seiner Mutter „Lisbeth“ benannt. Heßings Epi-Kakteen sind eigentlich Frühjahrs- oder Herbstblüher, doch aufgrund der intensiven Züchtung hat er das ganze Jahr über Blüten an dem einen oder anderen seiner 2000 Exemplare. Von der Aussaat bis zur Blüte kann es bis zu zehn Jahren dauern, daher ist Geduld bei Heßing Hobby unerlässlich. „Im Sommer muss man natürlich immer schauen, ob die Pflanzen gegossen werden müssen, und im Winter kommen sie in ein beheiztes Gewächshaus.“

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