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Brachvogel stoppt Windkraft nicht

Kein Brutplätze nachgewiesen

Auch wenn der Große Brachvogel sich dort aufgehalten haben mag: Er brütet nicht im Gebiet des geplanten Windparks Lüntener Feld, sagen Fachleute. Diese Einschätzung hat jetzt den Weg freigemacht für den Satzungsbeschluss.

VREDEN

, 21.10.2016
Brachvogel stoppt Windkraft nicht

Brutplätze des Großen Brachvogels wurden im Plangebiet des Windparks Lüntener Feld/Ammeloe nicht nachgewiesen.

Dieser soll nun in der November-Sitzung des Vredener Rates fallen. Zuvor hatte Reiner Winterkamp, Geograph und Ökologe vom Büro WWK Partnerschaft für Umweltplanung in Warendorf, den Bauausschuss über die Ergebnisse zu einem Thema informiert, das für eine Verzögerung bei dem betreffenden Bebauungsplan gesorgt hatte.

Kurzfristig waren noch Hinweise darauf eingegangen, dass der Große Brachvogel in dem Gebiet brüt. Reiner Winterkamp präsentierte nun seine fachliche Einschätzung dazu: „Abgesehen von den Beobachtungen der Bürger gibt es keine Erkenntnisse dazu.“

Nur Nahrungssuche

Gleichwohl sei nicht auszuschließen, dass sich der Große Brachvogel  zeitweilig dort aufhalte. Dann sei er aber wohl eher auf der Suche nach Nahrung und nicht nach einem Brutplatz. Der Kreis Borken gehe davon aus, dass das Planverfahren daher nicht in Abrede zu stellen sein; die Nahrungsflächen des Großen Brachvogels würden dadurch nicht gefährdet. Damit scheint der Weg jetzt frei zu sein, um das Planverfahren noch rechtzeitig bis Jahresende unter Dach und Fach zu bekommen – ein wichtiges Datum für die Investoren, weil sich danach die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Erstattungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ändern. Stadtplaner Dirk Hetrodt zeigte den zeitlichen Horizont auf: Eine ergänzte Abwägungstabelle soll im nächsten Bauausschuss vorliegen; der Rat könne Ende November den Satzungsbeschluss fassen.

Zeitpunkt kritisiert

Auch wenn damit die Sache an sich klar schien: Das politische Echo auf die Vorgänge rund um die in „letzter Minute“ vorgebrachten Bedenken in Sachen Großer Brachvogel blieben nicht aus. Die schärfste Kritik kam vom Vorsitzenden des Ausschusses, Hermann Geesink (CDU): „Da wurde der Versuch gemacht, das Verfahren herauszuzögern, um das Projekt dort unmöglich zu machen.“ Auch UWG-Fraktionsvorsitzender Elmar Kampshoff zeigte Unverständnis für den späten Zeitpunkt zum Vorbringen der Naturschutz-Argumente: „Wenn man die Brutplätze entdeckt hat, sollte man das doch sofort melden. So hat es ein Geschmäckle.“ Josef Wissing (Grüne) äußerte sich froh darüber, dass das Verfahren jetzt weitergehen könne. Hendrik Mulder (FDP) wertete die Stellungnahme des Kreises als überraschend. Daraufhin machte Joachim Hartmann als Leiter des Fachbereichs Bauen deutlich: „Es ist richtig, dass der Große Brachvogel praktisch überall im Außenbereich von Vreden auftauchen kann.“ Maßgeblich sei aber nicht das, sondern die Frage der Brutstätten.

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