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Das passiert gerade am Museumsareal

Kulturhistorisches Zentrum

Die großen, schweren Räder drehen sich auf der grauen Mischung aus Kies und Sand. Ein leises Knirschen antwortet als Echo, wo eigentlich das Plätschern von Wasser für das einzige Geräusch sorgen sollte.

VREDEN

, 20.11.2014
Das passiert gerade am Museumsareal

Blick auf den Stadtgraben im Bereich des Museums

Doch die Idylle zwischen Butenwall und Museum ist verschwunden. Der Ausleger eines Baukrans dreht sich langsam über der Szenerie, die an dieser Stelle seit Wochen zum Alltag im Vredener Stadtbild geworden ist. Das Gelände zwischen der Pfarrbücherei, dem kleinen Kraftwerk an der Berkel und dem Hamaland-Museum hat sich in eine Baustelle verwandelt. Obwohl der offizielle erste Spatenstich für das millionenschwere, regionale-geadelte Vorhaben des Kulturhistorischen Zentrums noch gar nicht erfolgt ist, klafft bereits ein großes Loch in dem Areal – vorbereitende Arbeiten für das, was bald folgen soll. Bis die schon viel beachteten Planungen zu einer einladenden neuen Wirklichkeit geworden sind, beherrschen die Notwendigkeiten eines Baustellenbetriebs das Bild dieser Tage. Und dazu zählt auch das Verschwinden des malerischen kleinen Wasserlaufes, der sich sonst wie ein Band an den Südrand der Innenstadt schmiegt. Ein Verschwinden nicht für immer, sondern nur auf Zeit. Auch wenn es sich optisch gerade noch kaum erahnen lässt. Denn der Baugrund wirkt eher, als ob die lauschige Atmosphäre früherer Tage für immer verschwunden sei.

Doch dieser Eindruck täuscht. Denn alle Arbeiten verfolgen das Ziel, das große Neubauvorhaben am Ende harmonisch in das Stadtbild einzufügen – und es vielleicht sogar noch ein wenig attraktiver zu machen, als es vorher war. Das Auge kann in Gedanken schon einmal die Kulturachse hinaufwandern bis zum Markt, und wer die detaillierten Planungen der vergangenen Monate, ihre Vorstellung in den verschiedenen Gremien verfolgt hat, der vermag auch ohne Datenbrille auf der Nase schon zu erspüren, welche Gestalt diese Verbindung zwischen dem neuen Kulturhistorischen Zentrum und der alten Mitte der Stadt einmal besitzen wird – obwohl es schon reizvoll wäre, angesichts der november-grauen Fläche direkt vor Augen geführt zu bekommen, wie es in einigen Jahren an gleicher Stelle aussehen wird. Noch aber ist das Zukunftsmusik, wenngleich das Orchester schon die ersten Takte zu spielen scheint.

Der Motor des LKW heult auf. Der Fahrer des langen Gefährts nimmt genau Maß, die Kurve vom Gelände hinunter in den schmalen Butenwall will beherrscht sein. Situationen wie diese machten es wohl unumgänglich, den Stadtgraben derzeit auf einer Länge von gut 100 Metern durch ein Rohr zu führen und eine Tragschicht darüber zu kippen, die den Baumaschinen und den Lastwagen genug entgegenzuhalten hat – und die zudem noch eine ausreichende Manövrierfähigkeit erlaubt. Eine Frage der Steuerung stellen auch die Abläufe dar, die ab Januar ineinandergreifen sollen: Die Messlatte liegt hoch, denn nicht weniger als ein Leuchtturm-Projekt für das westliche Münsterland soll dort entstehen, eingebettet in die Regionale 2016. Die Stadt selbst stimmt sich mit ihrem Integrierten Handlungskonzept darauf ab, will das Gesicht der Innenstadt modernisieren und rechnet mit Synergieeffekten. In der virtuellen Realität ist das schon geschafft, auf der Planskizze landet ein Schwan pittoresk im Wasser des Stadtgrabens. Da, wo jetzt noch der graue Kies den Boden bedeckt. 

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