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Elias' Vater bleibt Gericht fern

Internationaler Haftbefehl erneuert

Am gestrigen Mittwoch sollte der leibliche Vater des kleinen Elias in einer Berufungsverhandlung vor dem Amtsgericht in Ahaus erscheinen - Staatsanwältin, Amtsrichter und Verteidiger warteten vergeblich. Der Angeklagte hatte seinen Sohn aus Vreden in die Türkei entführt.

VREDEN/AHAUS

von von Johannes Kratz

, 20.06.2012

Vergeblich warteten am gestrigen Mittwoch beim Amtsgericht in Ahaus Staatsanwältin, Amtsrichter und Verteidiger in einer Berufungsverhandlung auf den leiblichen Vater des kleinen Elias aus Vreden, der seinen Sohn aus Vreden in die Türkei entführt hatte. Der Angeklagte war zum Gerichtstermin nicht erschienen, obwohl er ordnungsgemäß geladen worden war und den Erhalt der Ladung durch seine Unterschrift quittiert hatte. Der 37-jährige ehemalige Münsteraner Taxifahrer hatte im August 2011 das damals sechsjährige Kind zusammen mit einer inzwischen rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilten 38-jährigen Ex-Freundin aus Münster nach einem Besuchstermin nicht zur Mutter zurückgebracht, sondern war mit ihm von Amsterdam aus in die Türkei geflogen. Der Angeklagte war auch zur ersten Verhandlung im März dieses Jahres auch nicht persönlich vor Gericht erschienen und damals per Strafbefehl zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden mit der Auflage, das Kind bis Ende April herauszugeben. Der gegen den 37-Jährigen bestehende internationale Haftbefehl war in der Verhandlung aufgehoben worden, um dem türkischen Staatsangehörigen die Erfüllung der Bewährungsauflagen zu ermöglichen. Gegen dieses Urteil hatte der Anwalt des Beschuldigten fristgerecht Berufung eingelegt. Er hat aber nach eigenen Angaben schon seit Längerem keinen Kontakt mehr zu seinem Mandanten, habe sich aber aus anwaltlicher Sorgfaltspflicht genötigt gesehen, im Namen seines Klienten Berufung einzulegen, um die Einspruchsfrist nicht verstreichen zu lassen. Er könne daher jetzt auch nicht den Einspruch zurücknehmen, erklärte der Anwalt beim Berufungstermin.Das Gericht erließ daher erneut einen internationalen Haftbefehl gegen den Angeklagten und vertagte die Verhandlung bis auf Weiteres.

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