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Franzis und Georg Michaelis bewirtschaften einen Bio-Landwirtschaftsbetrieb

Kordula, die Glückliche

Kordula lebt im Luxus. Was durch ihre vier Mägen geht, unterliegt strengen Kontrollen. Keine Hormone, für sie, kein Mineralstoffdünger für ihr Futter. Kordula darf den ganzen Tag draußen grasen, denn sie ist eine Bio-Milchkuh. Besonders rentabel ist die Biohaltung nicht. Als Franzis und Georg Michaelis ihren Betrieb vor 30 Jahren auf Bio umstellten, hatte das ideologische Gründe.

VREDEN

von Von Dominique Snjka

, 05.06.2012
Franzis und Georg Michaelis bewirtschaften einen Bio-Landwirtschaftsbetrieb

Franzis und Georg Michaelis sehen ihm ins Auge: Besonders rentabel ist die biologische Haltung ihrer Milchkühe nicht. Denn sie ist ein Prinzip, für das man sich entscheidet, so die beiden Landwirte.

Am Rande der Wiese hängen Zweige regentropfenschwer herunter. Bis zum Horizont zupfen verstreut schwarz- und braunweißgefleckte Kühe das leuchtend grüne Junigras. Ihr Rücken glänzen vor Nässe. 40 Hektar gehören zum Hof Niekerk in Wennewick. Auf den übrigen Flächen pflanzen Franzis und Georg Michaelis Mais und Gras. Das verarbeiten die beiden Landwirte später zu Silage als Futter für den Winter. Sie stapfen über die Weide. Der durchgeweichte Boden gibt unter ihren Gummistiefeln nach. In Osnabrück haben die beiden Landwirtschaft studiert. 1982 übernahm das Ehepaar den Hof.

Damals bewirtschafteten sie ihn noch konventionell. Das heißt: Mineralstoffdünger, weniger Platz für die Kühe. Wenn er sich an die Anfangszeit zurückerinnert, fällt Georg Michaelis ein: „Selbst in der konventionellen Landwirtschaft war es vor 30 Jahren normal, dass die Kühe im Mai nach draußen kamen“, erzählt er. „Heute sehen Sie fast keine Kühe mehr draußen“, bekräftigt seine Frau. Das hänge auch mit der Betriebsgröße zusammen: „Ab 100 Tieren wird es schwer, die alle nach draußen zu bringen.“ Michaelis haben 35 Tiere, Holstein-Friesian, eine amerikanische Züchtung. Heute sind die Flächen rar – wer welche hat, will sie möglichst profitabel nutzen – etwa durch Getreideanbau. Das hinge mit den EU-Prämien zusammen: „Man kriegt für Weideland weniger Geld“, sagt Georg Michaelis. Als der Milchbauer den Betrieb 1992 umstellte, musste er die Ställe vergrößern. Zu den Vorgaben gehört auch der regelmäßige Gang auf die Weide und biologisches Kraftfutter. Auch das kommt aus der Region. Der Landwirt sagt: „Es gehört ja auch zum Bioanbau, dass das Eiweißfutter nicht aus Südamerika kommt.“ 46 Cent hat sein Betrieb im vergangenen Jahr pro Liter Milch bekommen. Damit kann er seine Kosten decken: „Man kann sagen, dass es ein Plus-Minus-Null-Geschäft ist.“ Hinter dem eine starke Überzeugung steht: „Das ist ein Stück Idealismus, großer Idealismus!“, erzählen die beiden. „Aber um das zu erhalten, müssen die Menschen auch bereit sein, mehr zu bezahlen.“

 Der Hof produziert nach Bioland-Kriterien. In der Milch die er liefert, ist die Keimzahl niedrig. Das gilt auch für die Zahl der Euterzellen. Ist ein Euter entzündet, landen mehr abgestorbene Zellen in der Milch. Weil diese Werte besonders niedrig sind, hat die Bio-Molkerei Söbbeke aus Gronau-Epe den Hof jettz für 30 Jahre Lieferung von Güteklasse-I-Milch ausgezeichnet.

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