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Freudenthalpreis geht an verstorbenen Aloys Terbille

Herausragender Dichter

VREDEN Mit der Auszeichnung Aloys Terbilles geht der Freudenthalpreis für neue plattdeutsche Literatur erstmals an einen bereits verstorbenen Autor. Die Jury unter Vorsitz von Dr. Barbara Scheuermann hat sich in Schneverdingen für den Westmünsterländer aus Vreden ausgesprochen.

12.08.2010
Freudenthalpreis geht an verstorbenen Aloys Terbille

Aloys Terbille ist posthum geehrt worden.

Den Zyklus "Van niks un nümmdal" mit 18 Gedichten hatte Terbille erst wenige Tage vor seinem Tod fertiggestellt. Im Oktober vergangenen Jahres war Aloys Terbille 72-jährige in seinem Geburtsort Vreden, wo der pensionierte Sonderschullehrer lebte, einem Krebsleiden erlegen. Der Zyklus aus 18 Gedichten, geschrieben in westmünsterländischer Mundart, beinhalte eine "Lebensbilanz", so Juryvorsitzende Dr. Barbara Scheuermann bei der Bekanntgabe des Preisträgers. "Die Gedichte beschreiben situativ jemanden, der an einer schweren Krankheit leidet"; in der Sicht des beschreibenden "Ich" auf sein Leben "relativiert sich manches", auch Selbstironie sei dem Verfasser nicht fremd, der sein eigenes Betroffensein festgehalten habe. "Es sind Gedichte, die um den Tod kreisen, aber im Leben situiert sind", fasst Barbara Scheuermann zusammen.

Aloys Terbille veröffentlichte sein erstes Buch, einen Lyrikband in plattdeutscher Sprache, mit dem Titel "Spoor van Lieden allevedan" im Jahre 1983. In diesem Werk zusammengefasst sind Texte und Bilder einer "Spurensuche", die von der westmünsterländichen Kleinstadt an der deutsch-holländischen Grenze nach Auschwitz führt, mahnende beklemmende Gedichte über das Schicksal Vredener Juden. Terbille wurde 1984 mit dem Klaus-Groth-Preis (Stiftung F.V.S. Hamburg) ausgezeichnet und war 1994 bereits Träger des Freudenthal-Preises. Damals für seinen Gedichtzyklus "Een Jaohr un all de annern". 1997 veröffentlichte er "Welldage", ein Buch mit niederdeutschen Gedichten aus dem Grenzland.

Insgesamt 37 Einsendungen zum Preisausschreiben erreichten die Freudenthal-Gesellschaft in diesem Jahr, darunter viele Texte der Kategorie Lyrik. In der Pressemitteilung der Freudenthal-Gesellschaft heißt es: "Mit Aloys Terbille wird ein herausragender westfälischer Dichter posthum geehrt, der bereits 1994 zum ersten Mal den Freudenthal-Preis erhielt. Sein Thema ist diesmal die Vergeblichkeit des Lebens; an dem Zyklus hat er bis kurz vor seinem Tod gearbeitet und ein eindrucksvolles Werk hinterlassen."

  • Termin: Die Preisverleihung erfolgt am Samstag, 25. September 2010, um 17 Uhr im Schneverdinger Heimathaus Theeshof.
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