Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gemeinsam gegen Gewalt

Aktionstag-Vorbereitung

Es passiert hinter schmucken Fassaden genauso wie in sozialen Brennpunkten: Häusliche Gewalt macht keine Unterschiede, sie kommt in allen Schichten der Bevölkerung vor. Auch in Vreden.

VREDEN

, 06.11.2014

Und sie nimmt unterschiedliche Formen an bis hin zum Cybermobbing. Eine große Aktion soll dort darauf aufmerksam machen, wo viele Menschen anzutreffen sind: auf dem Vredener Marktplatz. Der Arbeitskreis gegen Gewalt hat jetzt den Fahrplan für diesen Tag abgesteckt. Die Runde gründete sich bereits im Jahr 2005 – aus einem aktuellen Anlass heraus: Ein kleines Mädchen war sexuell belästigt worden.

Viele bringen sich seitdem in dem Kreis ein, der sich vier Mal im Jahr zusammensetzt. Gemeinsam planen die Mitglieder Aktionen und denken darüber nach, wie sich der Gewalt vorbeugend begegnen lässt. Informationen für die Öffentlichkeit sind den Mitgliedern dabei ebenso wichtig wie schnelle Hilfe für Betroffene – in aller Regel Frauen und Kinder. Das Problem bleibt nach wie vor auf der Tagesordnung: Häusliche Gewalt existiere auch in der Widukindstadt immer noch.

Ein wichtiges Mittel im Kampf dagegen sei die Vernetzung aller Beteiligten. Sie kommen aus unterschiedlichen Institutionen: Kindergärten und Schulen sind dort ebenso vertreten wie die Polizei, das Jugendwerk, die Stadt und Kreis oder Bildungsträger wie die Volkshochschule. Im Arbeitskreis engagieren sich auch Kirchengemeinde und Sozialdienst katholischer Frauen, die Erziehungsberatung der Caritas und der Verein Frauen für Frauen. „Wir können im Arbeitskreis Synergien effektiv nutzen“, sagte Ria Sönnekes, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vreden, jetzt beim Treffen zur Vorbereitung des Aktionstages. Dieser wird am 20. November im Zeichen der Vorbeugung stehen.

Denn Aufklärung tue not: Vielen Menschen sei die Bedeutung des Problems immer noch nicht bewusst. Der Arbeitskreis will dagegen halten, will Kinder stärken und Eltern stützen. Und immer wieder rücken Fragen ganz konkreter Natur in den Mittelpunkt: „Was können wir für die Betroffenen tun? Wie können wir das Umfeld der Opfer von Gewalt dafür sensibel machen, ihnen besser zur Seite zu stehen?“

Jedes Jahr setzt der Arbeitskreis deshalb einen Schwerpunkt. Aktuell lautet er: „Mädchen kennen ihre Stärken – starke Mädchen“. Eine Fotoaktion des Vredener Jugendwerks hat dazu bereits Früchte getragen. Was den Mädchen selbst wichtig ist, zeigt eine Fotopräsentation, die aus der Aktion hervorgegangen ist. Schüler der Offenen Ganztagsschule wollen einen weiteren Akzent am Aktionstag setzen: Sie wollen tanzend die unbeschwerte Lebensfreude verkörpern, auf die jedes Kind ein Recht hat und die nicht von brutaler Gewalt zerstört werden sollte.

Um 15 Uhr treten die Jungen und Mädchen auf; der Aktionstag selbst lädt von 14.30 bis 17 Uhr dazu ein, sich zu informieren, ins Gespräch über das Thema zu kommen und vielleicht auch einen heißen Kakao zu genießen. Dass die Bemühungen des Arbeitskreises nicht ins Leere laufen, zeigt übrigens ein Effekt, der auf den ersten Blick das Gegenteil vermuten lässt: die Zahl der gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt steigen.

Das macht deutlich: Immer mehr Betroffene trauen sich, Anzeige zu erstatten. Denn die Dunkelziffer in diesem Feld ist hoch – sie zu verringern, auch das ist ein wichtiges Ziel der Aktiven.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt