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Pädagogen als Praktikanten

In Vredener Betrieben

Sebastian Rave muss sich zum Sprechen vorbeugen. Sein Gesprächspartner würde ihn sonst kaum verstehen. Die großen Maschinen um ihn herum arbeiten - eine andere Geräuschkulisse als jene, mit der es der Lehrer sonst zu tun hat. Er absolviert ein eintägiges Lehrerbetriebspraktikum - so wie 44 weitere seiner Kollegen.

VREDEN

, 05.10.2016

Sebastian Rave hat an diesem Dienstag das Klassenzimmer in der Sekundarschule getauscht mit den Werkshallen der Firma Wefapress. Er und seine Kollegen schauen über den Tellerrand. Sie blicken hinter die Kulissen Vredener Betriebe, erfahren viel über die Ausbildungsmöglichkeiten und machen sich ein Bild von der Arbeitssituation. Das Ziel: Sie wollen ihre Schüler künftig noch besser bei der Berufswahlvorbereitung unterstützen.

Bereitschaft war hoch

"Es ist toll, dass so viele Vredener Betriebe bereit dazu waren", sagt Linda Hilbring. Die Lehrerin hat das Praktikum organisiert. Den Anstoß gab dazu das Beispiel der Profischule in Ascheberg - Linda Hilbring entwickelte daraus ein eigenes Konzept. "Die Idee stieß sofort auf Interesse." Denn die Vorbereitung auf die Wahl des richtigen Berufs gewinnt ab der achten Klasse an Bedeutung.

Viele Firmen aus Vreden waren bereit, mitzumachen - am Ende sogar weitaus mehr als nötig. "Wir haben größtes Interesse an einem guten Kontakt zu den Vredener Schulen", sagt zum Beispiel Franz-Wilhelm Frankemölle. Der Geschäftsführer von Kropp-Stahl hat an diesem Tag Stefanie Osterkamp zu Gast. Ihr üblicher Alltag besteht daraus, die Fächer Deutsch und Englisch zu unterrichten. Jetzt erfährt sie viel darüber, was Firmen von Schülern erwarten - und wie in einem Unternehmen ein Rad ins andere greifen muss. "Das bringt auf jeden Fall etwas" sagt sie.

Vredener Wirtschaft kennenlernen

Davon ist auch Gisela Huning überzeugt. Die Leiterin der Sekundarschule ist an diesem Tag selbst in die Rolle der Praktikantin geschlüpft. Ihr imponiert, wie die Erzieherinnen im St.-Georg-Kindergarten den kleinen und großen pädagogischen Herausforderungen begegnen. Die Schulleiterin sagt: "Wir schaffen mit diesem Praktikum viele Kontakte in die örtliche Wirtschaft." Gerade den auswärts lebenden Lehrern eröffne das die Chance, ein Stück weit die Vredener Wirtschaft kennenzulernen.

So wie Katharina Döbber. Sie kommt aus Haltern, und die Vielfalt der Unternehmen im Industriegebiet Gaxel beeindruckt sie durchaus. Katharina Döbber unterrichtet Mathe und Naturwissenschaften. Wenn Marco Röring ihr den Aufbau der großen Schaltschränke erklärt, kann sie dem Praktikumstag bei Elektroanlagen Röring neben mehr Wissen über die Bedingungen für die betriebliche Ausbildung auch fachlich etwas abgewinnen.

Das geht auch Sebastian Rave so. Vor vielen Jahren hat der Lehrer für Mathe, Sport und Technik schon einmal bei Wefapress gejobbt. An diesem Praktikumstag sieht er den Betrieb aber mit völlig anderen Augen: mit denen eines Lehrers, der seinen Schülern beim Weg ins Berufsleben helfen will.

 

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