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Technik mit Ausstrahlung

Vreden Das geschwungene Holz glänzt makellos. Doch an einer Stelle stört ein Loch die Optik - da, wo sich vor 92 Jahren eine Kugel des englischen Abwehrfeuers hinein gegraben hatte.

22.08.2008

Technik mit Ausstrahlung

<p>Michael Schoppmann (links) und Thomas Gebing heben gemeinsam das Luftfahrtmuseum "Aerohistorica" aus der Taufe. Es entsteht derzeit in Ellewick. MLZ-Fotos (5) Ohm</p>

Jetzt hängt der 5,50 Meter lange Propeller an einer Wand in Ellewick - ein echter "Hingucker". Und davon gibt es viele in den Räumen, die schon bald zu einer neuen Anlaufstelle für Luftfahrtfans werden sollen: "Aerohistorica", so wird das Museum heißen, das Mitte September seine Pforten in dem früheren Landkaufhaus öffnet.

Ob er "flugzeugverrückt" sei? Michael Schoppmann lässt den Blick über die Propeller und Messinstrumente, Fliegerkluften und alten Cockpitverkleidungen schweifen, bevor er antwortet: "Etwas sicherlich." Der Virus packte ihn früh: Der Vredener liebte wie sein Vater das Modellfliegen. Und für die Wand in seinem Zimmer, da wünschte er sich einen "richtigen" großen Holzpropeller. Den entdeckte der Vater auf der Luftfahrtausstellung in Hannover und brachte ihn mit nach Hause: Das erste Stück einer Sammlung, die heute noch wächst - und die Schoppmann jetzt der Öffentlichkeit vorstellen will.

Handwerkskunst

Sein Spezialgebiet: Exponate aus der Zeit der Luftfahrtpioniere und des ersten Weltkriegs, als die handwerklich meisterlich gearbeiteten hölzernen Luftschrauben die offenen Doppeldecker antrieben: "Es gab kaum eine andere Phase, in der so viel Luftfahrttechnik in so kurzer Zeit entwickelt wurde." Jetzt kann sich Schoppmann seinen Traum vom eigenen Museum verwirklichen, unterstützt von seiner Partnerin Maria Tenhumberg und gemeinsam mit Thomas Gebing.

Dem Chef der Firma Classic Wings gehört die Immobilie in Ellewick, und mit ihm teilt Schoppmann die Begeisterung für die historische Technik. "Das stellt Handwerk dar, das es so heute fast nicht mehr gibt", unterstreicht er den kulturhistorischen Wert, der in den jahrzehntealten Exponaten steckt: "Das war noch authentische Fliegerei."

Aus Dornröschenschlaf

Gebing freut sich auch darüber, dass die Sammlung von Michael Schoppmann aus ihrem Dornröschenschlaf herausfindet: In seinem bisherigen Domizil stapelten sich die Propeller bis an die Decke. Jetzt reihen sie sich fein säuberlich aneinander, vom 30 Zentimeter kleinen Propeller, der einst die Benzinpumpe eines Flugzeugs antrieb, bis zu dem riesengroßen Exemplar des deutschen Luftschiffs LZ 78. Und zu jedem einzelnen weiß Schoppmann eine Geschichte zu erzählen. Wie beim Zeppelin: Nach dem Einschlag kam der Propeller in die Werkstatt - das einzige, was von LZ 78 blieb: Mit einem Ersatz gestartet, wurde es an der englischen Küste abgeschossen. to

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