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Verschiedene Perspektiven

27.08.2008

Verschiedene Perspektiven

<p>Lydia Dingslaken, Hans Wessels' Tochter, hatte die Holzkiste und Kopien aller Briefe ihres Vaters mitgebracht und beantwortete viele Fragen interessierter Vredener.</p>

Vreden Briefe aus Vreden an die Front - Hans Wessels, 1949 aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt - hat die "Nachrichten aus der Heimat" soweit er konnte aufbewahrt. 413 Briefe, die Familienmitglieder an ihn geschrieben haben, und 25 Postkarten, die er aus Russland an die Wikbertstraße richtete, hat Ingeborg Höting für ein Kapitel ausgewertet.

Dies ist ein Baustein des umfangreichen Werks. Von vielen Perspektiven aus haben sich die Autoren dem von den Nazis angestrebten "1000-jährigen Reich", das tatsächlich zwölf Jahre dauerte, genähert. Die Geschichte der NSDAP in Vreden und Ammeloe wird detailliert aufgearbeitet, die NS-Frauenschaft, HJ und BDM werden in den Blick genommen ebenso wie das Geschehen in Vredener Vereinen und den Schulen zur Zeit des Nationalsozialismus. Breiten Raum nimmt auch das Thema ausländische Zwangsarbeiterkräfte ein.

Andere Kapitel sind sehr persönlich, basieren auf Erinnerungen wie das Interview mit dem ehemaligen jüdischen Bürger Ernst Wolff, der über die Pogromnacht in Vreden, seine anschließende Flucht und seine Internierung im Lager Westerbork erzählt.

Korrektes Wissen beflügele Diskussionen, beuge Geschichtsverfälschungen sowie dem Schönreden von Diktaturen wirksam vor, empfahl Ingeborg Höting zum Abschluss "eine ertragreiche Lektüre". ewa

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