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Vorfahrt für Fairness

Vreden Für eine verbindliche Verankerung sozialer und ökologischer Kriterien bei der Vergabe oder Ausschreibung von Dienstleistungen oder Gütern in Bund, Ländern oder Kommunen soll sich der Vredener Bundestagsabgeordnete Johannes Röring einsetzen.

13.08.2008

Vorfahrt für Fairness

<p>Zwischen den mit fair gehandelten Produkten gefüllten Regalen des Weltladens Vreden erhielt Johannes Röring MdB (Mitte) die Unterschriftenlisten von (v. l.) Dorle Neumann, Gertrud Roth, Walter Geling und Erhard Bürse-Hanning. Winter-Weckenbrock</p>

Darum baten ihn gestern Erhard Bürse-Hanning vom Caritsverband Ahaus-Vreden, Walter Gehling und Dorle Meyering vom Eine-Welt-Kreis Vreden sowie Gertrud Roth, Dekanatssprecherin der katholischen Frauengemeinschaften im Kreis Borken. Im Weltladen an der Wüllener Straße begrüßten sie den CDU-Abgeordneten, der das Anliegen grundsätzlich unterstützte: "Ich werde mich dafür einsetzen", versprach er. "Faire Spielregeln" - dieser Gedanke greife immer mehr in der Bevölkerung, hat Johannes Röring festgestellt. "Und die Regeln, die wir uns auferlegen, sollten auch für Importe gelten", ergänzte er.

Viele hundert Unterschriften haben die drei Organisationen für ihr Anliegen - eine solidarische Welt mit existenzsichernden Löhnen und Bildung für alle - gesammelt. Sie sind sich sicher: Wenn Bund, Länder und Kommunen mit gutem Beispiel vorangehen, bei Auftragsvergaben zum Beispiel darauf achten, dass keine Waren eingekauft werden, die durch ausbeuterische Kinderarbeit preiswert angeboten werden können, dann ändert sich mit der Zeit das Bewusstsein in der Bevölkerung.

Nicht können, sollen

Mit dem Brief an die heimischen Bundestagsabgeordneten nutzen die Eine-Welt-Aktiven die "Gunst der Stunde": Zurzeit wird das Vergaberecht neu aufgelegt, ein Kabinettsbeschluss dazu liegt bereits vor. Demnach können - wie es eine neue EU-Richtlinie erlaubt - soziale und ökologische Kriterien bei Ausschreibungen und Vergaben berücksichtigt werden. Das "können" ist den Aktiven aber zu unverbindlich und soll bei der Reformierung des Gesetzes durch "sollen" ersetzt werden, betonte Erhard Bürse Hanning gestern.

Bislang sei in der Vergabepraxis der Preis ausschlaggebend: Im Interesse der Steuerzahler sei das günstigste Produkt zu kaufen, führt Bürse-Hanning aus. Eine nachhaltige Beschaffung aber stärke die fair gehandelten Produkte, die existenzsichernde Einkommen und somit auch eine Schulausbildung für die Kinder ermöglichten.

Eine rege Diskussion um internationale Agrar- und Energiewirtschaft entwickelte sich bei der Unterschriftenübergabe - Johannes Röring bot an, das Thema vielleicht bei einem anderen Termin noch einmal vertiefend zu behandeln. ewa

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