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Interaktive Karte zeigt, wo Ladenlokale leerstehen

Leerstände in der Vredener Innenstadt

Leerstände sind ein großes Thema in der Vredener Innenstadt. Aber wie viele gibt es eigentlich tatsächlich? Wir waren mit einer Karte in den größten Straßen unterwegs und haben Leerstände eingezeichnet. Mit dem Ergebnis haben wir die City-Managerin Aylin Meßing-Branse konfrontiert.

Vreden

, 28.04.2018
Interaktive Karte zeigt, wo Ladenlokale leerstehen

Leerstand in der Wassermühlenstraße © Markus Gehring

Der Anblick der Karte mit den eingezeichneten Leerständen ist keine Überraschung für City-Managerin Aylin Meßing-Branse. „Damit arbeite ich, das kenne ich“, sagt sie. Wir haben sie trotzdem mit einigen Fragen konfrontiert, die sich beim Gang durch die Innenstadt aufdrängen.

Auf der Wassermühlenstraße steht fast jedes zweite Ladenlokal leer. Warum ist das so?

Das kann die City-Managerin nicht so einfach beantworten. „Das ist eigentlich Hauptlage, wie auch die Wüllener Straße.“ Denn in der Fußgängerzone herrscht die meiste Frequenz. Aber: Die Ladenlokale dort sind relativ klein. Für große Filialisten sei das eher unattraktiv, für Existenzgründer hingegen könne das auch ganz schön sein. Und manche Gewerbetreibende suchen sich auch absichtlich eine Lage außerhalb der Fußgängerzone, um besser mit dem Auto erreichbar zu sein.

Warum gibt es so wenig klassische Geschäfte in der Innenstadt?

Beim Gang durch die Innenstadt fällt auf, dass viele Gebäude nicht mit klassischem Einzelhandel belegt sind. Da gibt es Versicherungen, Pflegedienste oder Partei- und Vereinsbüros. Doch der Eindruck trügt, sagt Aylin Meßing-Branse. „Prozentual gesehen gibt es in der Innenstadt fast genauso viele Einzelhändler wie Dienstleister.“ Natürlich sei es gerade in der Fußgängerzone schöner, wenn dort Einzelhändler sind. Letztendlich kann sich aber jeder Eigentümer seinen Mieter selber aussuchen. Auch auf der Wassermühlenstraße ist also zum Beispiel ein Parteibüro möglich. Doch damit würde sich der Eigentümer langfristig auch selber schaden, sagt Aylin Meßing-Branse. Denn dadurch würde die Frequenz sinken und somit der Standort an Qualität verlieren. Wenn der Verein dann irgendwann wieder auszieht, ist es schwerer, einen Nachmieter zu finden. „Da ist Standortbewusstsein gefragt.“

Was tut die City-Managerin denn gegen Leerstände?

Aylin Meßing-Branse ist seit rund dreieinhalb Jahren als City-Managerin in Vreden. Im November 2017 hat sie eine erste Bilanz gezogen. In drei Jahren habe sie rund 1500 Gespräche geführt, sagte sie damals. Außerdem hat sie 200 Betriebe kontaktiert und sie gebeten, den Standort Vreden bei künftigen Ansiedlungsvorhaben in die Betrachtung einzubeziehen. Doch das Ergebnis war ernüchternd: Von 62 Prozent der Unternehmen kam eine Absage, 31 Prozent reagierten gar nicht.

Im Moment führt Aylin Meßing-Branse viele Gespräche mit den Eigentümern der Immobilien in der Innenstadt. Und es gibt eine Vortragsreihe mit Themen passend zum Lebenszyklus einer Immobilie. Da geht es zum Beispiel um energieeffiziente Sanierung, Verkauf und Ankauf, Vermarktung, Baurecht, Fördermittel oder Kalkulation. Zu der ersten Veranstaltung zum Thema Nutzungsänderung sind 40 Eigentümer gekommen.

Nutzungsänderung? Heißt das, es gibt bald in der Innenstadt nur noch Garagen und Wohnungen?

Nein, sagt Aylin Meßing-Branse ganz deutlich. Es gebe zwar Standorte, wo eine Nutzungsänderung die bessere Alternative zu einem Leerstand sei. „Aber sicher nicht in der Wüllener Straße oder der Wassermühlenstraße.“ Tatsächlich wird gerade ein Ladenlokal an der Burgstraße zu Garagen umgebaut. Und im Integrierten Handlungskonzept (ISEK), über das die Politik noch abstimmen muss, gibt es ein Projekt mit dem Titel „Umbauprogramm für Ladenlokale“. Die Idee: Eigentümer sollen einen Zuschuss bekommen, wenn sie leer stehende Ladenlokale zusammenlegen oder zu Wohnraum umbauen. „Da muss man klar abgrenzen, wo das zulässig ist und wo nicht. In der Fußgängerzone sollte das keine Option sein“, sagt die City-Managerin. Beschlossen ist in der Hinsicht aber noch nichts.

Was für Ideen für die Innenstadt gibt es im ISEK noch?

Ein Projekt ist der Quartiersarchitekt. „Ich habe in den letzten drei Jahren gemerkt, dass die Eigentümer Beratungsbedarf haben“, sagt Aylin Meßing-Branse. Sie könne sich gut vorstellen, künftig mit einem Architekten zusammenzuarbeiten. Der könnte die Erstberatung der Eigentümer übernehmen. Zudem sind mehrere Bauprojekte im ISEK vorgesehen, zum Beispiel am Domhof, an der Bremer Straße, Wüllener Straße und am Butenwall. Über das ISEK wird noch diskutiert und abgestimmt.

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