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Lösung in Sicht fürs Museum

Bauernhausmuseum könnte häufiger öffnen

Seit Jahrzehnten engagieren sich Vredener Bürger für das Bauernhausmuseum im Stadtpark. Dass es nur noch selten öffnet, ärgert sie.

VREDEN

, 31.05.2018
Lösung in Sicht fürs Museum

Wenn die Huningsche Mühle in der Museumsanlage ihre Tür öffnet, ist meistens viel los. © Anne Rolvering

Die Bauernhofanlage befand sich auch schon vor dem Bau des Kult im Eigentum des Kreises Borken. Es war Teil des Hamaland-Museums und hat jetzt seinen Platz unter dem Dach des Kult. Das Problem: Hatte das Museum früher täglich (außer montags) geöffnet, ist das zurzeit nur an rund fünf Tagen im Jahr der Fall.

„Ein Unding“ , finden Fritz Volmer vom Möllenkring und Wilhelm Elling, ehemaliger Leiter des Hamaland-Museums. Selbst am Hamalandtag oder den anderen „Vredener Feiertagen“ stünden Besucher vor verschlossenen Türen, sagen sie. Und immer wieder gebe es auch aus deren Reihen Unverständnis und kritische Nachfragen.

Dabei fußt die neue Regelung auf einer klaren poltischen Entscheidung des Vredener Rates. Anlass dafür sei gewesen, dass der Kreis, der damals 75 Prozent der Personalkosten trug, Aufwand und Besucherzahlen kritisch beleuchtete. Vredens Erster Beigeordneter Bernd Kemper: „Das basiert auf der Annahme, dass die Besucherzahlen den Aufwand nicht rechtfertigten.“ Schließlich habe sich der jährliche Personaleinsatz auf 756 Stunden belaufen.

Museum soll ledendig sein

Volmer und Elling bezweifeln nicht nur diese „Rechnung“, sie betonen auch die Attraktivität des Museums. Und das solle kein statisches sein, sondern ein „ganz lebendiges“, in dem zum Beispiel auch Schüler Einblicke in die bäuerliche Vergangenheit ihrer Stadt nehmen könnten. Volmer sieht sogar einen allgemein wichtigen gesellschaftlichen Auftrag: „Es soll die Jahrhunderte alte bäuerliche Kultur den heutigen Menschen vermittelt werden.“ Und Elling ergänzt: „Das setzt aber erweiterte Öffnungszeiten voraus.“

Außerdem sehen die beiden Heimatfreunde inzwischen auch ihren langen Einsatz für die Anlage verpuffen, vermissen eine Wertschätzung ihrer Arbeit, von der ja auch die Stadt profitiere.

Lösung in Sicht fürs Museum

Die beiden Heimatfreunde Fritz Volmer (l.) und Wilhelm Elling machen sich stark für das Bauernhausmuseum. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Bereits vor einem Jahr hat Fritz Volmer einen Bürgerantrag stellen wollen, diesen aber dann in Abstimmung mit der Verwaltung wieder fallen gelassen. Die Stadtverwaltung wollte in der Zwischenzeit in der Sache tätig werden.

Antrag „nachvollziehbar“

Inzwischen hat Volmer aber einen neuen Bürgerantrag formuliert, den die Verwaltung auch in der vergangenen Ratssitzung präsentierte und kommentierte. Kern des Antrags: Im Sommerhalbjahr soll das Museum mittwochs, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr öffnen. So würden auch die „Feiertage“ erfasst. Im Gegenzug will der Möllenkring seine Aktivitäten in der Wassermühle wie auch die Schmiedegruppe in der neuen Scheune an diese Zeiten anpassen. Damit soll sich der Kulturausschuss am 19. Juni befassen.

Unabhängig von der politischen Entscheidung hält Beigeordneter Kemper „in der Nachschau“ den Bürgerantrag für durchaus nachvollziehbar. Und er ist optimistisch, „dass es eine gute Lösung geben wird“. In einem Gespräch haben am Mittwoch Kreis, Stadt und Heimatverein an einem Tisch gesessen, um nach Lösungen zu suchen.

Neue Vorlage

Das Ergebnis soll in eine Vorlage für den Kulturausschuss einfließen. Soviel verrät Kemper aber schon mal vorab: „Es wird sicher keine tägliche Öffnung geben, aber die Stadt ist bereit, sich künftig mit 30 Prozent an den Kosten zu beteiligen.“ Und: „Wir als Stadt haben großes Interesse an der Bauernhofanlage.“

In Sachen Vandalismus, der im Stadtpark immer wieder eine Rolle spielt, hat Fritz Volmer noch eine ganz eigene Idee. Zusammen mit Streetworker Markus Funke könne man den betroffenen Personenkreis zu Führungen einladen: „Wer das mitgemacht hat, wird keine Bierflasche mehr aufs Dach werfen.“

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