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Christina Stroetmann zeigt Kontraste

Vredener Bloggerin hat 30.000 Follower

Christina Stroetmann hat 30.000 Freunde, genauer Follower. Mehr als Einwohner ihrer Heimatstadt. Das liegt wohl am „Nebenjob“ der Sozialarbeiterin.

Vreden

, 07.06.2018
Christina Stroetmann zeigt Kontraste

Christina Stroetmann, Sozialarbeiterin und Bloggerin. © Privat

Nach dem Studium Soziale Arbeit in Münster arbeitet Christina Stroetmann seit jetzt 14 Jahren in Gronau in der stationären Altenhilfe. Es waren letztlich auch die Bilder ihres beruflichen Alltags, die die bald 38-Jährige zu einem Kontrastprogramm motivierten: Sie ist auch Bloggerin und Influencerin. Erst waren es Bilder bei Instagram, in denen sie ihren Mops in Szene setzte, und jetzt ihr Internet-Blog „schoene_kleine_welt“, der Christina schließlich zur „Influencerin“ werden ließ. Mit dem Blog nimmt sie die Menschen – rund 29.000 Abonnenten hat sie schon – mit in ihre eigenen vier Wände, die sie ständig neu gestaltet, mit immer wieder anderen Accessoires neu dekoriert.

Spaß an schönen Dingen

„Ich habe schon immer Spaß an schönen Dingen, hätte mir auch Innenarchitektin für mich vorstellen können“, sagt sie. Schon als Kind habe sie ihr Zimmer ständig umgeräumt. Überall schaut sie sich um, in Geschäften diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze, auch bei anderen Accounts, sammelt Ideen und erzählt auch ihre Geschichten dazu.

Warum sie damit einen solchen Erfolg hat und andere Blogs eben weniger, die Frage hat sie gerade beim Treffen mit einem anderen Blogger diskutiert: „Es liegt wohl an der Authentizität, dass man Dinge zeigt, die man wirklich tut, dass alles echt ist.“ Ihr ist allerdings schon klar; dass „man dadurch, dass man solche tiefe Einblicke gewährt, auch irgendwie gläsern wird“. Allerdings zieht sie auch deutliche Grenzen, damit das wirklich Intime auch intim bleibt. Man müsse schon wissen, was und wie viel man preisgibt, betont sie die Verantwortung, die sie übernommen hat.

Fast zwei Stunden investiert sie täglich in den „Nebenjob“, fotografiert, dekoriert,

Tägliche Arbeit

bearbeitet E-Mails, beteiligt sich an anderen Blogs und, und, und. Ein Einsatz, der sich lohnt, findet sie: „Es ist auch eine Wechselwirkung, ich bekomme so viele Rückmeldungen und Kontakte.“ Durch die Bank sei das Feedback auf ihre Netzaktivitäten positiv.

Nur manchmal gebe es auch solche: „Du hast ein so tolles Schlafzimmer, aber warum gönnst du dir dann eine billige Ikea-Lampe?“ Die Wechselwirkung gibt es auch in anderer Richtung. Oft sind es Follower, die nach den Produkten fragen und umgekehrt auch kleine Manufakturen, die ihr ihre regionalen, nachhaltigen Produkte anbieten. Und zunehmend entdecken auch große Firmen das Feld für sich, um die jüngere Kundschaft zu interessieren, suchen Kooperationen. Wie Hülsta zum Beispiel, für die sie bei der Hausmesse einen Bloggertreff organisierte. „Bei großen Firmen frage ich aber auch nach einem Honorar“, sagt sie.

Keine Alternative

Als Geschäftsmodell, für das sie irgendwann mal ihren jetzigen Beruf aufgibt und hauptberuflich Bloggerin wird, sieht sie den Blog aber nicht: „Ich liebe meinen Beruf, der Blog ist einfach ein schönes Hobby.“ Da sei einmal die Ungewissheit und auch der Druck, der sich dann zeige, der sie abhält. Christina Stroetmann schätzt die Parallelität, die Arbeit im Altenheim auf der einen und den Blog auf der anderen Seite.

Dass das ständige Umräumen auch zu viel Unruhe in ihre häusliche Umgebung bringt, findet sie nicht. „Ich brauche die Veränderung, um zur Ruhe zu kommen.“ Allerdings lebt sie auch alleine, ansonsten sei das alles wohl nicht möglich, glaubt sie. Ja, es sei schon eine „heile Welt“, die sie präsentiere, das sei aber auch durchaus gewollt: „Ich sage meine Meinung, aber bin nicht politisch, biete einfach ein Kontrastprogramm zur Realität.“

Info: Bei Instagram heißt Christina Stroetmanns Angebot „schoene_kleine_welt“.
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