Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Wagenknecht und Bartsch sollen Nachfolger Gysis werden

Berlin (dpa) Die Linksfraktion bekommt eine Doppelspitze: Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sollen Gregor Gysi ablösen. Die beiden sind politisch und persönlich ein ungleiches Paar. Wo für die Linke die Reise nun hingeht, ist noch unklar.

/
Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht Anfang Juni während einer Parteiveranstaltung in Bielefeld. Foto: Oliver Berg

Gregor Gysi (l) geht an Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht vorbei. Foto: Oliver Berg/Archiv

Die Linksfraktion im Bundestag soll ab Oktober von der Parteilinken Sahra Wagenknecht und dem gemäßigten Reformer Dietmar Bartsch geführt werden.

Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger nominierten die beiden am Montag als Nachfolger von Gregor Gysi, der seinen Chefposten nach zehn Jahren abgibt. Im geschäftsführenden Parteivorstand gab es keine Gegenstimme, aber zwei Enthaltungen.

«Damit haben wir es geschafft, einen reibungslosen Übergang für eine neue Fraktionsführung zu schaffen», sagte Riexinger. Die Wahl in der Fraktion soll am 13. Oktober stattfinden. Gysi hatte vor einer Woche auf einem Parteitag in Bielefeld seinen Rückzug erklärt.

Wagenknecht: Inhalte unterscheiden sich nicht 

Wagenknecht und Bartsch waren von Gysi seit der letzten Bundestagswahl vor knapp zwei Jahren als Nachfolger aufgebaut worden. Wagenknecht sagte, sie wolle an die Arbeit Gysis anknüpfen. «Jeder hat seinen Stil. Unsere Inhalte unterscheiden sich aber nicht von Gysis», sagte sie der «Bild»-Zeitung (Dienstag).

Die 45-Jährige war einst Wortführerin der «Kommunistischen Plattform», einer radikalen innerparteilichen Gruppierung. Die Ehefrau des früheren Parteichefs Oskar Lafontaine gilt als brillante Rednerin und prominenteste Abgeordnete der Linken nach Gysi.

Flügel zusammen führen 

Der 57-jährige Bartsch ist einer der erfahrensten Strategen der Partei. Von 1991 bis 1997 war er Schatzmeister der PDS, anschließend Bundesgeschäftsführer. Derzeit ist er stellvertretender Fraktionschef wie Wagenknecht.

Parteichefin Kipping setzt darauf, dass die beiden die unterschiedlichen Flügel in der Fraktion zusammenführen. Eine Fraktion, die nur «als Konföderation von einzelnen Strömungen» auftrete, bleibe weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, sagte sie.

von dpa

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...

Politik

Von der Leyen verteidigt Waffenhilfe für Kurden im Nordirak

Berlin/Bagdad (dpa) Nach dem Vormarsch irakischer Truppen auf Gebiete unter Kontrolle der Kurden ist die Lage angespannt. Es gibt Sorgen, kurdische Peschmerga könnten Waffen aus Deutschland gegen Iraks Armee einsetzen.mehr...

Politik

Wagenknecht weist Linke-Chefs in die Schranken

Potsdam (dpa) Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch erscheinen nach zwei hitzigen Klausurtagen als Sieger des Machtkampfs bei der Linken. Doch ob das interne Gewitter nun wirklich vorbeizieht, ist offen.mehr...

Politik

Grüne attackieren im Wahl-Endspurt die FDP

Berlin (dpa) Für die Grünen wird es angesichts schwacher Umfragezahlen schwer, als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzuziehen. Das will die Öko-Partei mit klarer Abgrenzung zur Konkurrenz doch noch schaffen.mehr...