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Wanderwege zu Deutschlands Nachbarn entdecken

Flensburg. Gendarmenpfad oder Grenzerweg: Oft verraten schon die Namen viel über die Geschichte. Was früher undenkbar schien, ist heute problemlos möglich: Mehrtageswanderungen entlang der Grenze von Deutschland zu seinen Nachbarländern.

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Grünes Band: Der Grenzer-Weg führt entlang einer Grenze, die es gar nicht mehr gibt: der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Foto: Andreas Hub/Frankenwald Tourismus

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Acht Ruinen, darunter die Wegelnburg, verbindet der deutsch-französische Burgenweg. Foto: Kurt Groß/Tourist-Information Dahner Felsenland

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Ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung auf dem deutsch-niederländischen Handelsweg (Töddenweg) ist die Ostmühle in Gildehaus. Foto: Euregio

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Wo einst Händler reisten, trifft man heute Wanderer - unterwegs auf dem deutsch-niederländischen Handelsweg. Foto: Euregio

Seitdem das Schengener Abkommen die Grenzkontrollen innerhalb der EU fast komplett beseitigt hat, haben es auch Wanderer deutlich einfacher. Ohne Probleme kommen sie von Deutschland in zahlreiche Nachbarländer - auf grenzüberschreitenden Wanderwegen. Wir stellen sechs vor:

Gendarmenpfad: Der Gendarmstien, zu Deutsch Gendarmenpfad folgt auf über 70 Kilometern den Spuren der dänischen Grenzer auf der Nordseite der Flensburger Förde. Ein blaues Gendarmenmännchen weist den Weg zwischen Høruphav (östlich von Sønderborg) und Padborg. Wer aber die Flensburger Förde ganz umwandern will, überquert den Grenzfluss Kruså (Krusau). In Deutschland ändert der Weg dann seinen Namen und das Logo: Der Fördesteig mit einer blau-weißen Ansicht der Flensburger Förde in der Beschilderung führt 70 Kilometer auf deutscher Seite weiter, über Flensburg, Glücksburg bis zum Leuchtturm in Falshöft.

Töddenweg: Wandern, wo einst die Tödden wirkten: Das sind reisende Händler, die zunächst in Holland, dann in ganz Nordeuropa Leinenrollen verkauften. Ihren Spuren folgt der deutsch-holländische Handelsweg auf über 200 Kilometern von Osnabrück bis Deventer. Wer lieber auf naturbelassenen Pfaden wandern und nicht auf asphaltierten Wirtschaftswegen radeln will, startet am besten erst in Rheine oder Bad Bentheim.

Burgenweg: Grenzenlos von Burg zu Burg - der Deutsch-Französische Burgenweg verbindet acht Ruinen zwischen dem Pfälzer Wald und den Nordvogesen im benachbarten Elsass. Wer sie alle in zwei oder drei Etappen auf 32 Kilometern nacheinander abwandert, findet viele Gemeinsamkeiten und kaum Trennendes. Schließlich ist der rote Sandstein mit seinen markanten Verwitterungsformen dies- und jenseits der Grenze gleichermaßen vertreten, bewaldete Bergkuppen, friedliche Täler und charmante Dörfer ebenfalls. Oben auf den verwitterten Burgtürmen wird man mit einem weitreichenden Ausblick für die Strapazen des Aufstiegs belohnt.

Salzalpensteig: Hoch hinaus geht der 2015 eröffnete Salzalpensteig. Vom Chiemsee in Bayern führt er in 18 Etappen und 230 Kilometern bis ins Salzkammergut in Österreich. Das weiße Gold der Alpen ist denn auch der rote Faden auf dem Weg, es sorgte für Besiedlung, Handel und Wohlstand. Dass in Bad Reichenhall und Hallstatt bereits die Kelten Salz abbauten, wird aus den Namen abgeleitet - Hall ist das keltische Wort für Salz.

Grenzer-Weg: Wandern auf einer Grenze, die es gar nicht mehr gibt, aber vor 30 Jahren noch unüberwindbar war? Die Rundwanderung Grenzer-Weg führt vom fränkischen Carlsgrün ins thüringische Schlegel und auf der anderen Seite wieder zurück. Dabei folgt der knapp 17 Kilometer lange Weg vor allem auf der bayerischen Seite dem ehemaligen Eisernen Vorhang, der heute als „Grünes Band“ bezeichnet wird, einem zwischen Wachtürmen, Minen und Metallzäunen entstandenen Biotop.

Polen: Und unser östlicher Nachbar? Klar verlaufen durch Polen auch europäische Fernwanderwege. Aber einen deutsch-polnischen Wanderweg, der auch die wechselvolle Geschichte zum Thema macht, kann Maciej Rokita, Mitarbeiter in der Deutsch-Polnischen Tourist-Information in Frankfurt an der Oder, nicht nennen und empfiehlt Pionierarbeit - die eigenen Grenzen im Kopf zu durchbrechen. Etwa indem man von der Kleiststadt Frankfurt auf der deutschen Seite über den Jakobsweg bis nach Lebus und weiter an der Oder entlang nach Kiez wandert - bis 1945 ein Stadtteil von Küstrin (Kostrzyn).

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