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Pflicht zum Erhalt

Wann und wie wird ein Gebäude zum Denkmal?

GLADBECK Pompöse Kirchen, Häuser mit aufwendiger Stuckfassade, Fachwerkhäuser mit Holzgebälk – dass solche Bauten oft denkmalgeschützt sind, ist vielen klar. Doch wie und wann wird ein Gebäude zum Denkmal und was bedeutet das? Ein kurzer Überblick.

Wann und wie wird ein Gebäude zum Denkmal?

Fachwerkhäuser stehen oft unter Denkmalschutz. Aber ein Gebäude muss nicht zwingend alt sein, um ein Denkmal zu werden.

Der Denkmalschutz in NRW ist vergleichsweise jung: Erst 1980 hat das Land sich ein Denkmalschutzgesetz gegeben. Ihm zufolge muss ein Gebäude nicht zwingend sehr alt oder besonders schön sein, um ein Denkmal zu werden. Entscheidend ist, ob es ein öffentliches Interesse an der Erhaltung gibt. Und das gibt es, wenn das Bauwerk von besonderer - zum Beispiel historischer, künstlerischer oder städtebaulicher - Bedeutung ist. Wenn es veranschaulicht, wie früher gelebt, gebaut oder gearbeitet wurde. 

Mehr als 88.000 Denkmäler in NRW

Laut Bauministerium gab es Anfang 2015 in NRW 88.682 Denkmäler plus 223 Denkmalbereiche - dazu zählen zum Beispiel historische Stadtkerne. Die weit meisten Denkmäler hat Köln mit 9157 geschützten Objekten. Es folgen Wuppertal (4301), Bonn (4157) und Aachen (3637). Pro Jahr kommen landesweit zwischen 400 bis 500 neue Denkmäler hinzu.

Ob etwas unter Schutz gestellt wird, entscheiden die Unteren Denkmalbehörden: die Denkmalämter der Kommunen. Sie werden beraten von Experten der Landschaftsverbände, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Landschaftsverband Rheinland. Kontrollinstanz sind die Bezirksregierungen und die Kreise. Oberste Aufsicht führt das Bauministerium. Bei strittigen Fällen können die Landschaftsverbände den Minister einschalten.

Veränderungen nur mit Genehmigung

Wer ein Denkmal besitzt, geht die Pflicht ein, es für die Nachwelt zu erhalten und vor Verfall zu schützen. Dabei ist er in allem, was er tun will, eingeschränkter als der Besitzer eines normalen Gebäudes. Ohne Genehmigung der Denkmalbehörde darf nichts verändert werden, erklärt Christian Raabe, Professor für Denkmalpflege an RWTH Aachen University. Nicht mal ein einzelnes Fenster. Ein denkmalgeschütztes Haus komplett abzureißen, ist „schwierig“, sagt Raabe.

Der Erhalt geht schnell ins Geld: Man braucht spezialisierte Handwerker und kann laut Architektenkammer selten Bauteile von der Stange, also aus dem Baumarkt, nutzen. Das Land bietet Förderprogramme an, die größtenteils Darlehen sind. Es gibt aber auch Zuschüsse, die teils direkt für Kirchen gedacht sind.

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