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Nach Grusel-Attacken

Warenhäuser verkaufen keine Clown-Masken mehr

KÖLN/ESSEN Die steigende Zahl von Angriffen durch maskierte Grusel-Clowns hinterlässt nun auch ihre Spuren im Handel. Kurz vor Halloween streichen zwei Warenhausketten Grusel-Clown-Masken aus dem Kostüm-Sortiment. Die Polizei-Gewerkschaft zeigt zudem Verständnis für Gegenwehr.

Warenhäuser verkaufen keine Clown-Masken mehr

Ein als sogenannter Horror-Clown verkleideter Mann posiert. Foto: Paul Zinken/Archiv

Trotz des Kostümbooms vor Halloween haben mindestens zwei große Händler auf die Angriffe von Horror-Clowns reagiert: Die Warenhauskette Karstadt strich entsprechende Masken und Kostüme aus dem Sortiment, wie eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Am Mittwoch waren die „Horror-Clown“-Masken und -Kostüme noch in einem Werbe-Prospekt abgedruckt, der mehreren Zeitungen beilag. In der Online-Version waren die entsprechenden Seiten am Donnerstag nicht mehr zu finden.

Galeria Kaufhof hatte die Horror-Clown-Maske „aufgrund der aktuellen Ereignisse“ bereits am Montag bundesweit aus dem Verkauf genommen, wie ein Kaufhof-Sprecher mitteilte. Der Kostümgroßhändler Deiters hingegen verkauft die Masken weiterhin. „Wir haben die Grusel-Clowns schon immer im Sortiment. Sie machen aber nur einen geringen Anteil bei uns aus“, sagte Geschäftsführer Björn Lindert.

Polizei-Gewerkschaft: Clowns müssen mit Gegenwehr rechnen

Vor allem in den letzten Tagen war die Zahl teils folgenreicher Attacken durch die Clowns deutlich gestiegen. Die Polizeigewerkschaft GdP äußerte Verständnis für Opfer, die sich gegen die Angriffe verteidigten. „Wenn ein Horror-Clown mit einem Baseballschläger um die Ecke kommt, dann muss er damit rechnen, dass ich mich wehre“, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Arnold Plickert. „Das ist nichts anderes als Notwehr. Dafür habe ich Verständnis.“

BAD HONNEF/BERGISCH GLADBACH/KÖLN Nordrhein-Westfalen ist am stärksten betroffen: Fast 200 von 370 Vorfällen mit Grusel-Clowns gab es dort bisher im Oktober. Zuletzt begegnete ein Elfjähriger einem Clown mit Baseballschläger in Bergisch Gladbach. Ein 13-Jähriger aus Bad Honnef zögerte nicht und schlug einen Verkleideten in die Flucht.mehr...

Zwar sei eine solche Abwehr erlaubt, selbst wenn der Angreifer verletzt werde. Dennoch dürfe das Maß nicht aus dem Auge verloren werden, schränkte Plickert ein. „Auch Notwehr hat ihre Grenzen“, sagt er. „Wenn ich mit einer erhobenen Faust erschreckt werde, kann ich den Täter nicht erschießen“. Es hatten sich bei einigen der rund 200 bereits gemeldeten Vorfälle die Opfer gewehrt, unter anderem mit einem Hammer und der Faust.

Zuletzt war unter anderem ein Fall aus Hamm bekannt geworden. Dort setzte sich ein 15-Jähriger erfolgreich gegen einen bewaffneten Horror-Clown zur Wehr, nachdem dieser ihn am Mittwochabend mit einem Schlagstock ausgerüstet erschreckt hatte. Der Jugendliche vertrieb ihn mit Schlägen ins Gesicht, wie die Polizei mitteilte.

Mit Material von dpa

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