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Warum liegt Bochum im Städteranking so weit hinten?

Erklärungsversuche

Öffentlich bewerte die Bochumer Wirtschaftsförderung die Städterankings der Wirtschaftswoche nicht mehr, sagt der Leiter der Bochumer Wirtschaftsförderung Heinz-Martin Dirks. Dass Bochum unter 71 Städten gerade mal auf Platz 56 kam, sorgte bei ihm nicht für hektische Betriebsamkeit.

BOCHUM

, 13.12.2013
Warum liegt Bochum im Städteranking so weit hinten?

Ob Stahl, Auto oder Handy-Produktion. Bochum hat in den vergangenen Jahren einige Krisen erlebt.

Er begründete die Zurückhaltung damit, dass die „Ansätze unterschiedlich bewertet werden können.“ Allerdings gestand Dirks ein, dass die noch städtische Wirtschaftsförderung diese Rankings „zur Kenntnis nimmt“. Dabei schauen die Verantwortlichen genau hin, wie sich Ergebnisse von den eigenen Untersuchungen unterscheiden. Die Wirtschaftswoche hatten in insgesamt 71 Städten 89 Disziplinen bewertet. Es ging dabei natürlich um Fragen des Arbeitsmarktes, um den Immobilienmarkt oder auch die Lebensqualität. Bei Bochum stellte die Zeitschrift als besonders positiv die Kitaplatzversorgung heraus. „Für 95,4 Prozent der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren stand im März 2013 ein Kitaplatz zur Verfügung. Das bedeutet Rang 21 im Vergleich“, so die Wirtschaftswoche.

Ebenfalls positive Erwähnung findet Bochum in den Bereichen Wirtschaftsleistung je Einwohner, beim Gewerbesaldo sowie bei der Produktivität. Hintere Ränge belegt die Stadt hingegen beim Pendlersaldo, bei der Beschäftigung der über 55-Jährigen oder bei der Anzahl der Bürger. „So schlecht wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Situation in Bochum nicht“, sagt die Sprecherin der Agentur für Arbeit, Anja Greiter. Sie verweist auf einige „Sondereffekte“ der Region hin. „Die Frauenerwerbsquote ist im Ruhrgebiet recht niedrig.“ Zudem gebe es im Revier traditionell eine höhere Arbeitslosigkeit als in anderen Regionen. Zugleich weist sie darauf hin, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bochum in den vergangenen Jahren trotz des Strukturwandels gestiegen sei. Damit ist sie auf einer Linie mit Heinz-Martin Dirks.

Ihm ist es wichtig, Zahlen und Fakten in den richtigen Kontext zu stellen. Beispielhaft verweist er auf das Thema Arbeitslosigkeit. Trotz Nokia und Opel liege sie in Bochum unter den Werten von Dortmund oder Essen. Der Leiter der Wirtschaftsförderung sieht aber gleichwohl Felder, in denen Bochum besser werden müsse. „Wir wissen, dass Wohnbauflächen fehlen. Wir wissen, dass wir mehr Studenten nach ihrem Abschluss halten müssen.“ Diese und andere Felder künftig intensiver und möglichst erfolgreicher zu bearbeiten sei die Zielsetzung der künftig neu aufgestellten Wirtschaftsförderung. Dazu möchte der Leiter auch externen Fachverstand nutzen. Beispielhaft erwähnt Heinz-Martin Dirks die Produktionswirtschaft. Es bleibt für die neue GmbH viel zu tun.