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Was Hundehalter gegen Grasmilben tun können

Castrop-Rauxel (dpa) Leuchtend orange Punkte machen sich im Sommer wieder im Hundefell breit und quälen das Tier mit juckenden Bissen. Nach einigen Tagen springen die Blutsauger ab und werden zu Vegetariern. Trotzdem sind Grasmilben ganz schöne Quälgeister.

Was Hundehalter gegen Grasmilben tun können

Wenn der Hund nicht aufhört sich zu kratzen und die Pfoten zu lecken, sollten Halter ihren Hund auf Grasmilben untersuchen. Sie sind als orange-gelbe Punkte erkennbar. Foto: Markus Scholz

Sie sind nervige Blutsauger und machen sich im Sommer und Herbst auf die Suche nach Opfern. Der lateinische Name der Krabbler ist «Neotrombicula autumnalis», zu Deutsch: Herbstgrasmilbe.

«Auf Hund und Katze findet man nur die Larven, die erwachsenen Herbstgrasmilben leben vegetarisch», erklärt Ute Klaßen, Vorsitzende des Berufsverband der Groomer in Castrop-Rauxel. Wie Zecken gehören Herbstgrasmilben zu den Spinnentieren. Die erwachsenen Milben legen ihre Eier ins Gras, aus denen schlüpfen Larven. Die befallen alles, was vorbeikommt: Mäuse, Katzen, Hunde, Menschen. «Dort beißen sie sich in der Haut fest und saugen Blut», erklärt Thomas Steidl, stellvertretender Vorsitzender des Kleintierausschusses der Bundestierärztekammer in Berlin. Das beschert Entzündungen mit massivem Juckreiz.

Wer den Befall verhindern will, sollte während der Saison seine Gassirunde anpassen. Die Milben wohnen in Wiesen und Gärten, oft in der Nähe von Seen oder Flüssen. «Den Kontakt kann man effektiv nur vermeiden, wenn man zum Asphalt-Spaziergänger mutiert», sagt Klaßen.

Um zu prüfen, ob sich die Tiere im Garten tummeln, rät die Hundefrisörin, an einem sonnigen Tag einen weißen Teller oder eine Fliese auf den Rasen zu legen. «Wenn sich dort winzige orange-gelbe Flecken finden, sind das Milbenlarven.» Dass es den besten Freund erwischt hat, erkennen Frauchen und Herrchen daran, dass er sich ständig kratzt oder verstärkt seine Pfoten leckt. Bei genauem Hinschauen lassen sich auf der Hundehaut orange-gelbe Punkte erkennen.

Die Milben befallen vor allem Stellen, die mit dem Boden in Kontakt kommen, also Pfoten, Kopf, Ohren, Beine, Bauch und Brust. Bei Katzen sind das Innere der Ohrmuscheln oder die Schwanzspitze beliebte Ziele. «Die Larven suchen sich Stellen mit besonders dünner Haut», sagt Klaßen.

Eine Übertragung von Tier zu Tier erfolgt bei Grasmilbenbefall nicht, erläutert die Europäische Fachgruppe zu Parasiten bei Tieren (ESCAPP) in einem Leitfaden. Auch von Tier zu Mensch werden die Larven nicht direkt übertragen.

Ist der Befall jedoch stark und der Leidensdruck beim Tier hoch, ist es gut, den Hund zum Tierarzt zu bringen. «Dieser kann den Juckreiz behandeln, bevor durch ständiges Lecken und Kratzen Kahlstellen im Fell entstehen oder sich einzelne Stellen entzünden», sagt Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbands für Tiergesundheit in Bonn.

Vorbeugen lässt sich im Fall von Grasmilben nur schwer. Laut Schüller ist keines der zugelassenen Zecken- oder Milbenmittel auch zur Behandlung von Grasmilben zugelassen.

Beim Hund können alternativ sogenannte pyrethroidhaltige Präparate angewendet werden. Das sind synthetische Insektizide. Eine Impfung ist nicht möglich. Klaßen rät, nach einem Spaziergang im Grasmilbengebiet Bauch und Beine des Hundes mit lauwarmen Wasser abzuwaschen und die Larven so abzuspülen.

Leitfaden der ESCCAP (eng./pdf)

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