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Geschmacklos und verboten

Was Urlauber von ihren Reisen mitbringen

Düsseldorf Ein Elefanten-Fuß als Schirmständer, ein Kaiman als Aschenbecher und eine Kobra in Alkohol. Was der Zoll bei heimkehrenden Urlaubern beschlagnahmt, ist nicht nur verboten, sondern oft auch ein Sammelsurium von Geschmacklosigkeiten. Umweltministerin Hendricks warnte am Donnerstag in Düsseldorf vor unbedachten Mitbringseln.

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Ein präparierter Frosch.

Artenspürhund Uno schnüffelt in Düsseldorf an Koffern. Die Hunde werden künftig zum Aufspüren geschützter Tiere und Pflanzen im Reisegepäck eingesetzt.

Zum Beginn der Reisesaison hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vor dem Mitbringen verbotener Urlaubs-Souvenirs gewarnt. "Weltweit nehmen Wilderei und der illegale Handel mit geschützten Arten zu", sagte Hendricks am Donnerstag am Düsseldorfer Flughafen. Eine Ursache sei die Gedankenlosigkeit vieler Urlauber.

"Das ist natürlich peinlich"

Dabei ist das Risiko, erwischt zu werden, mit dem Einsatz speziell geschulter Artenspürhunde des Zolls gestiegen. «Das ist natürlich peinlich, wenn man dann den Koffer öffnen muss und es fällt etwas heraus», sagte Hendricks. Den Urlaubern sei die Illegalität und Schädlichkeit ihres Tuns oft nicht bewusst.

Was der Zoll am Düsseldorfer Flughafen in Koffern gefunden hat

Geschmacklose und verbotene Souvenirs landen reihenweise beim Zoll.
Uno beim Schnüffeln.
Eine "eingelegte" Schlange.
Ein "getrockneter" Skorpion.
Ein präparierter Frosch.
Ein präparierter Brillenkaiman.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) warnte am Donnerstag vor unbedachten Mitbringseln.
Ein Elefantenstosszahn.
Artenspürhund Uno schnüffelt in Düsseldorf an Koffern. Die Hunde werden künftig zum Aufspüren geschützter Tiere und Pflanzen im Reisegepäck eingesetzt.

Dass Geldbörsen und Taschen aus artengeschützten Tierhäuten produziert sind, falle dann erst beim Zoll auf. "Lieber gar nichts aus Naturprodukten mitbringen", riet Hendricks. Auch Strandfunde wie Korallen und besondere Muscheln stehen auf den Artenschutz-Listen. Auf ihnen sind 5000 Tier- und 29.000 Pflanzenarten unter Schutz gestellt.

70.000 geschützte Gegenstände

Allein im letzten Jahr habe der Zoll bei etwa 1000 Beschlagnahmen über 70.000 geschützte Gegenstände sichergestellt. In mehr als 90 Prozent der Fälle seien die Schmuggler Touristen gewesen. Regelmäßig während der Reisezeit schnellen die illegalen Funde beim Zoll in die Höhe. Bundesweit sind mehrere Spürhunde inzwischen auf das Erschnüffeln geschützter Arten trainiert. Einer von ihnen ist der zehnjährige Labrador "Uno". 450 Treffer hat er in seiner Karriere beim Zoll bereits auf dem Konto.

Sein spektakulärster Riecher sei eine Ladung Schildkröteneier gewesen. "Die konnten in Frankfurt ausgebrütet und als Baby-Schildkröten zurück auf die Seychellen gebracht werden", berichtet Hundeführer Guido Nickel. "Das war besonders schön, weil dadurch Tiere unmittelbar gerettet werden konnten."

Fünf Jahre Gefängnis

Normalerweise sind die Jaguare, Leoparde oder Elefanten längst tot, wenn Uno anschlägt. Sein Einsatz soll Wilderern, Händlern und Käufern das Geschäft verderben. Für den vorsätzlichen, gewerblichen Schmuggel mit geschützten Arten drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. 

Urlauber kommen als ahnungslose Ersttäter mit einer Verwarnung davon - sind ihr Souvenir aber los und werden registriert. Beim Verdacht auf illegalen Handel wird immer die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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