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Von der Leyen darf Titel behalten

Was aus den Plagiatsvorwürfen gegen Politik-Promis wurde

Berlin Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten. Plagiatsvorwürfe haben aber schon so manchen Politiker in Bedrängnis gebracht. Mitunter führten sie zum Verlust des Doktortitels, in einigen Fällen auch zum Rücktritt. Die Plagiatsvorwürfe gegen Politik-Promis der vergangenen Jahre - und was daraus wurde.

Was aus den Plagiatsvorwürfen gegen Politik-Promis wurde

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (M.) mit seinem Nachfolger Thomas de Maizière (l.) und Generalinspekteur Volker Wieker bei einem Großen Zapfenstreich teil, mit dem er verabschiedet wurde.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kann ihren Doktortitel behalten. Das entschied der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover am Mittwoch nach Prüfung der Plagiatsvorwürfe - obwohl Fehler in der Arbeit festgestellt wurden. Es seien aber einige Plagiate festgestellt worden, sagte MHH-Präsident Christopher Baum. „Es geht um Fehler, nicht um Fehlverhalten.“ Es habe keine Täuschungsabsicht vorgelegen. Die MHH hatte die Doktorarbeit von der Leyens, die nur 62 Seiten umfasst, ein halbes Jahr lang geprüft. Plagiatsjäger hatten von der Leyen im September schwere Regelverstöße in der 1990 erschienenen Arbeit vorgeworfen. Die CDU-Politikerin streitet die Vorwürfe ab. Sie selbst bat ihre frühere Hochschule um eine Überprüfung der Arbeit.

Was wurde aus den Plagiatsvorwürfen der vergangenen Jahre?

Karl-Theodor zu Guttenberg: Viele Passagen fremder Autoren in der Doktorarbeit des damaligen Verteidigungsministers sorgten im Februar 2011 für Aufsehen. Wenig später erkannte die Universität Bayreuth dem aufstrebenden CSU-Politiker den Titel ab. Nach heftigen Protesten der Opposition und aus der Wissenschaft trat Guttenberg am 1. März 2011 als Minister zurück. Die Uni erklärte in ihrem Abschlussbericht, er habe für seinen 2007 erworbenen Doktortitel vorsätzlich getäuscht.

"Berechtigte Gründe für Rücktritt"

Guttenberg schließt schnelle Rückkehr in Politik aus

München Der frühere Verteidigungsminister und einstige CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg hat eine schnelle Rückkehr in die deutsche Politik erneut ausgeschlossen. Hintergrund sind Spekulationen, dass Guttenberg nach Seehofer nächster CSU-Parteichef werden könnte.mehr...

Annette Schavan: Wenige Tage nach dem Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf trat die damalige, weithin anerkannte Bundesbildungsministerin am 9. Februar 2013 zurück. Die Hochschule war zu dem Ergebnis gekommen, dass die CDU-Politikerin gut 30 Jahre zuvor «systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte». Schavans Klage wies das Bundesverwaltungsgericht im März 2014 zurück.

Silvana Koch-Mehrin: Wegen Plagiatspassagen in ihrer Doktorarbeit entzog die Universität Heidelberg der FDP-Politikerin im Juni 2011 den Titel. Koch-Mehrin war bereits zuvor als FDP-Vorsitzende im Europaparlament und als dessen Vizepräsidentin zurückgetreten. Ihre Klage wies das Verwaltungsgericht Karlsruhe 2013 zurück. Den Antrag auf Berufung lehnte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg im Jahr danach ab.

MANNHEIM Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin bekommt ihren Doktortitel nicht zurück. Knapp zwei Jahre nach Entzug des akademischen Grades lehnte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) den Antrag der 43-jährigen Europaabgeordneten auf Berufung gegen ein Urteil der Vorinstanz ab.mehr...

Andreas Scheuer: Vorwürfe gegen den CSU-Generalsekretär haben sich nach Prüfung seiner Dissertation durch die Prager Karls-Universität im Oktober 2014 nicht bestätigt. Scheuer hatte in Prag 2004 ein «kleines Doktorat» erworben. Da die akademischen Standards beider Länder aber nicht vergleichbar sind, darf er den «Dr.» nicht landesweit, sondern nur in Berlin und Bayern führen. Nachdem er wegen der Verwendung auch anderswo kritisiert worden war, verzichtete Scheuer ganz auf das Führen des Titels.

München (dpa) Der neue CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer will seinen tschechischen Doktortitel nicht mehr länger führen. Eigentlich war ihm das auch bisher schon nur in zwei Bundesländern auf Grund von Ausnahmeregelungen erlaubt.mehr...

 

dpa

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