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Was brauchen Kinder zum Schwimmenlernen?

Sie sind bunt, sehen lustig und wie Spielzeug aus: Das Angebot an Schwimmutensilien ist groß. Dazu zählen auch Schwimmlernhilfen wie Flügel oder Bretter. Nicht alle halten aber das, was sie versprechen.

Schwimmflügel, Luftmatratze, Schwimmring: Solche Hilfsmittel gehören dazu, wenn Kinder die ersten Male im Wasser planschen. Irgendwann wird es dann ernst, und die Kleinen sollen schwimmen lernen.

Auch für diese Phase gibt es einige Utensilien, die Mädchen und Jungen den Start erleichtern sollen. Doch was davon ist wirklich geeignet - und was vielleicht sogar gefährlich?

Grundsätzlich lässt sich unterscheiden zwischen Wasserspielzeug und Schwimmlernhilfen: Eltern erkennen Wasserspielzeug wie Luftmatratzen beim Kauf daran, dass sie manchmal nur das CE-Zeichen tragen oder die Kennezeichnung EN 71-1. Schwimmlernhilfen müssen hingegen den Code EN 13 138-1 tragen. Dahinter verbirgt sich die Sicherheitsnorm, nach der alle Schwimmlernhilfen geprüft werden müssen.

„Wichtig ist, dass die Eltern nicht nur auf die Kennzeichnung achten, sondern auch darauf schauen, wer sie vergeben hat“, erklärt Rainer Weiskirchen vom Tüv Rheinland. Unter Umständen handelt es sich um eine Fälschung.

Trotz Kennzeichnung: Bei vielen Hilfen droht Gefahr, auch wenn sie harmlos aussehen. Eltern sollten deshalb besonders die Altersempfehlungen der Hersteller im Blick haben. Und ihre Kinder nie unbeaufsichtigt mit Schwimmhilfen ins Wasser lassen.

Wer denkt, Kinder würden bei Gefahr laut schreiend umherpaddeln und auf sich aufmerksam machen, der irrt: „Kinder geraten in Schockstarre. Sie ertrinken absolut still und unbemerkt“, sagt Alexander Gallitz. Er ist Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands, arbeitet seit rund 30 Jahren in Schwimmschulen und hat sämtliche Lernhilfen in der Praxis getestet.

Seiner Meinung nach ist die spielerische Wassergewöhnung am wichtigsten. Dadurch können sich Kinder ohne Angst im Wasser bewegen und sind in der Lage, mit Hilfe des physikalischen Auftriebs wieder an die Oberfläche zu kommen. Einige Hilfsmittel können dabei unterstützend wirken. Ein Überblick:

- Schwimmflügel: Der Klassiker, den die meisten Eltern wohl noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Gallitz sagt ganz klar: „Zum Schwimmenlernen sind sie nicht geeignet.“ Denn Kinder lernen dadurch nicht die richtige Wasserlage, vielmehr treiben sie aufrecht im Nass. Sie sind aber ein simples Mittel, um Kinder vor dem Ertrinken zu retten.

- Schwimmkissen: Die Kissen bestehen aus Baumwolle und kommen ohne Ventile oder Stöpsel aus. Ein Gurt um den Oberkörper hält sie am Körper, ohne dass die Arme behindert werden. Für Gallitz sind die Kissen das Nonplusultra: „Weil die Kinder automatisch in der richtigen Lage sind.“

- Schwimmnudel: Ursprünglich kommt die Nudel aus der Aqua-Fitness. Doch auch Schwimmanfänger kommen mit ihr gut zurecht: Kinder können in Brust- oder Rückenlage ihre Arme darauf ablegen und ihr Gleichgewicht trainieren.

- Schwimmbrett: Sie empfiehlt Gallitz eher zur Verfeinerung der Technik - sie kommen also eher für Kinder in Betracht, die schon eine Weile in den Schwimmkurs gehen.

- Schwimmanzüge mit eingenähtem Schaumstoff: Sie funktionieren vom Prinzip her wie Schwimmflügel. Kinder bleiben dadurch zwar über Wasser, treiben aber wie ein Korken umher. Kippen sie um, kann es gefährlich werden.

Beim Kauf rät die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder Eltern, nicht nur auf das CE-Zeichen zu achten. Denn das ist nicht mehr als eine Selbsterklärung des Handels. Mehr Aussagekraft hat das GS-Zeichen, das für „geprüfte Sicherheit“ steht.

Und wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bewusst machen, dass selbst gute Auftriebshilfen keinen Schutz vor dem Ertrinken bieten. Dies können nur Rettungswesten. Selbst wenn das Kind ohnmächtig wird, trägt die Weste es sicher über das Wasser.

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