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Was bringt die FIFA-WM in Bochum

Ökonomisches Risiko

BOCHUM Der Fußball-Weltverband FIFA ist aus der Stadt abgezogen. Vorübergehend. 2011 kommt er zur großen Frauen-WM wieder. Die FIFA ist nicht der einfachste Gast. Regeln und Auflagen gibt es zur Genüge. Und die Stadt muss tief in die Kasse greifen.

von Von Benedikt Reichel

, 07.08.2010

Etwa 2,8 Millionen Euro sind für die beiden Frauen-Weltmeisterschaften in Bochum eingeplant. Vor allem für notwendige Umbauten am Stadion. Auf der Einnahmenseite sieht es vergleichsweise dürftig aus. Inklusive der Landeszuschüsse rechnet selbst die Stadtverwaltung mit kaum mehr als 200.000 Euro. Unterm Strich ein Minusgeschäft mit einem Defizit von mehr als 2,5 Millionen Euro. Dennoch ist die Stadt überzeugt, mit dem Ausrichten der FIFA-Weltmeisterschaften das Richtige zu tun. Einer geht noch weiter. Markus Kurscheidt, Volkswirt am Institut für Sportökonomie der Sporthochschule Köln. Er sagt: "Man müsste die Stadt ohrfeigen, wenn sie diese 2,5 Millionen Euro nicht aufbringen würde." Ergebnis soll Investitionen überschreiten Kurscheidt ist zuversichtlich, dass das ökonomische Ergebnis die Investitionskosten überschreiten wird. 2,5 Millionen seien ein verhältnismäßig geringer Aufwand. An der Sporthochschule forscht der Volkswirt nach Potentialen, die ein sportliches Großereignis für die Ausrichterstadt bietet. Der Wissenschaftler bestätigt das von der Bochumer Sportdezernentin oft beschworene positive Image. "Die Frauen-WM ist eine Investition in den Marktwert der Stadt", so Kurscheidt. Auch wenn dieser schwer messbar sei. Name wird bekannter Sicherlich komme kein Unternehmen nach Bochum, weil hier mal eine Frauen-WM für Stimmung im Stadion sorgte. "Doch der Name wird bekannter", erklärt Kurscheidt und zieht den Vergleich zur Fernsehwerbung. "Wenn Sie einen Werbespot sehen, kaufen Sie nicht sofort eine bestimmte Butter. Doch wenn Sie das nächste Mal einkaufen und genau diese Butter im Regel sehen, erinnern Sie sich." Diese Prinzip lasse sich auf die Stadt übertragen. Und mitunter auch eine Unternehmensansiedlung begünstigen. 

Die Weltmeisterschaft habe eine positive Wirkung. Zum einen als Botschaft an die eigenen Bürger (Wir können was). Zum anderen nach außen (Hallo, uns gibt es). Für diesen Effekt muss die WM erfolgreich sein. Leere Ränge und keine Stimmung im Stadion oder in der Stadt, bewirken genau das Gegenteil. "Ein Risiko, dass Bochum eingehen muss", sagt der Volkswirt.