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Was gehört in die Hausapotheke?

Tipps

Apothekerin Jutta Ploß gibt einen Überblick, welche Medikamente im Krankheitsfall griffbereit sein sollten und wie sie im Idealfall aufbewahrt werden.

06.03.2018
Was gehört in die Hausapotheke?

© picture alliance / Robert Günth

Von Andrea Schorradt

Die meisten Unfälle passieren bekanntermaßen im Haushalt. Umso wichtiger ist es, dass Pflaster, Kompressen und Verbandmaterial im Notfall schnell griffbereit sind. Gleiches gilt auch für Medikamente. Im Idealfall wird alles in einem abschließbaren Schränkchen aufbewahrt. In vielen Fällen ist es aber doch eher irgendeine Schublade, der Nachttisch oder auch ein Fach im Badezimmerschrank.

„Keine gute Idee“, sagt Apothekerin Jutta Ploß von der Solinger St. Michael-Apotheke. „Ein extra Schrank für Medikamente sollte es schon sein, damit alles Platz hat und kühl und dunkel aufbewahrt werden kann.“ Im Gespräch mit Kunden erfährt sie viel über die Aufbewahrungsgewohnheiten der Leute. So kommt es beispielsweise nicht selten vor, dass Menschen nur die Blister aufbewahren und die Packung samt Beipackzettel aus Platzgründen wegwerfen. „Der Name des Medikaments steht zwar auch auf dem Blister, aber oft genug kann man sich nicht merken, wogegen das Mittel eigentlich wirken soll. Im schlimmsten Fall wird es falsch eingesetzt.“

Schränkchen am besten im Schlafzimmer

Ein eigenes, ausreichend großes Schränkchen sollte es also schon sein. Und wo hängt es? „Nicht im Badezimmer und nicht in der Küche“, sagt Jutta Ploß. Dort ist es zu feucht, und auch die Temperaturschwankungen sind zu groß. „Am besten ist das Schlafzimmer geeignet.“ Sind Kinder im Haushalt, sollte es zudem hoch genug hängen und abschließbar sein.

Was gehört in die Hausapotheke hinein? Jutta Ploß verweist dazu auf die Checkliste der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA). Neben individuellen Medikamenten sollten Erwachsene folgende Medikamente zuhause haben:

  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Medikamente gegen Erkältung, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
  • Medikamente gegen Allergien
  • Medikamente gegen Insektenstiche, Sonnenbrand oder Juckreiz
  • Medikamente gegen Erkrankungen der Mundschleimhaut
  • Medikamente gegen Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder
    Blähungen
  • Medikamente gegen Verstopfung
  • Medikamente gegen Durchfall
  • Desinfektionsmittel
  • Wund- und Heilsalbe
  • Medikamente gegen Sportverletzungen
  • Augentropfen gegen trockene Augen
  • Medikamente gegen Lippenherpes
  • Kühlkompressen (in der Kühltruhe / im Eisfach lagern)
  • Fieberthermometer

„Letztlich kommt es immer auf den Einzelnen an“, betont Jutta Ploß. Bei dem einen wirkt das eine Schmerzmittel besser, bei einem anderen ein anderes. „Hier gelten natürlich die eigenen Erfahrungswerte. Eine grundsätzliche Empfehlung für bestimmte Marken würde ein Apotheker eher nicht geben.“ Wichtig sei es, regelmäßig den Inhalt der Hausapotheke zu überprüfen. Sind die Mittel noch haltbar? Reicht die vorhandene Menge?

Im Krankheitsfall alles griffbereit

„Natürlich gibt es Notfallapotheken und nicht selten geben wir auch im Nachtdienst mal Nasentropfen heraus. Aber man tut sich selbst einen Gefallen, wenn man im Krankheitsfall alles griffbereit hat und nicht noch mal extra los muss.“ Jutta Ploß empfiehlt daher, mindestens einmal im Jahr den Bestand zu prüfen. „Im besten Fall verknüpft man es mit einem anderen jährlichen Vorhaben, etwa dem Frühjahrsputz. So kann man es nicht vergessen.“ Ein anderer Tipp der Apothekerin: „Beschriften Sie geöffnete Salben oder Cremes mit einem kleinem Zettel, auf dem das Datum der ersten Nutzung steht. Die Haltbarkeitsangabe auf der Tube bezieht sich nur auf den verschlossenen Zustand. Ist das Medikament angebrochen, gelten andere Angaben, die aber meist ebenfalls auf der Verpackung angegeben sind.“ Das gleiche gilt auch für Nasenspray oder Augentropfen.

Neben Medikamenten sollte der Medizinschrank auch Verbandmaterial enthalten. Hier empfiehlt die ABDA:

  • Sterile Mullbinden/Verbandpäckchen
  • Elastische Binden
  • Dreiecktuch
  • Heftpflaster
  • Wundschnellverband
  • Blasenpflaster
  • Brandwunden-Verbandpäckchen
  • Schere/Sicherheitsnadeln/(Zecken-)Pinzette
  • Einmal-Handschuhe

„Verschreibungspflichtige Medikamente sollten am besten separat aufbewahrt werden und ein eigenes Fach im Medizinschrank haben“, empfiehlt Jutta Ploß darüber hinaus. „So kann nichts verwechselt werden.“ Sind Kinder im Haushalt, empfiehlt es sich, spezielle Medikamente für Säuglinge/Kleinkinder oder Kinder parat zu halten. Sie sind anders dosiert und oft auch in anderer Darreichungsform erhältlich, also z.B. als Zäpfchen statt als Tablette. Ebenfalls gut im Medizinschränkchen aufgehoben ist eine Liste mit den wichtigsten Telefon- bzw. Notrufnummern wie Hausarzt, Kinderarzt und ärztlicher Notdienst. Außerdem sinnvoll: die Telefonnummer vom Giftnotruf bzw. der Vergiftungszentrale und die Nummer des Apothekenfinders bzw. eine aktuelle Übersicht der örtlichen Notfallapotheken.

„Wer unsicher ist, ob die eigene Hausapotheke vollständig ist, kann sich jederzeit von seiner Apotheke beraten lassen“, betont Jutta Ploß. Dieser Service kann in allen Apotheken in Anspruch genommen werden.

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