Was geschah in der Pogromnacht?

08.11.2018, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Synagoge am Werner Marktplatz wurde zerstört.Archiv Stadtmuseum

Die Synagoge am Werner Marktplatz wurde zerstört.Archiv Stadtmuseum © Archiv Förderverein Stadtmuseum

Werne. Vor genau 80 Jahren geschahen in der Nacht vom 9. auf den 10. November in ganz Deutschland furchtbare Dinge. Menschen des jüdischen Glaubens wurden aus ihren Häusern getrieben und auf offener Straße geschlagen und getötet. Ihre Wohnungen und Geschäfte wurden verwüstet und zerstört. Viele Synagogen, die jüdischen Gotteshäuser, wurden beschädigt oder angezündet.

Man spricht von dieser Nacht auch als Reichspogromnacht oder Novemberpogrom. Ein Pogrom ist eine gewaltsame Verfolgung von gesellschaftlichen Gruppen. Früher wurde der Begriff nur für Ausschreitungen gegen Juden verwendet. Die Reichspogromnacht war der Beginn der grausamen Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden in Deutschland.

Zu den Verfolgern gehörten Schlägertruppen der Nazis, wie die SS und die SA. Aber auch viele Bürger griffen Juden an oder zerstörten ihre Häuser und die Synagoge. Den Juden half fast niemand, da man Angst hatte, auch Opfer der Gewalt zu werden.

Auch in Werne machten viele Menschen Jagd auf die jüdische Bevölkerung der Stadt. Eine Metzgerei am Roggenmarkt, die einem Juden gehörte, wurde zerstört. Die Mutter des Besitzers hatte sich vor Angst bei den Nachbarn versteckt, die sie schützen wollten.

Julia Simons, so hieß die Mutter, wurde jedoch später von den Nazis verschleppt. Sie kam in ein Konzentrationslager (KZ), wo Millionen Menschen getötet wurden. Auch Julia Simons starb in so einem KZ. Insgesamt starben in den Jahren nach der Pogromnacht 27 Juden aus Werne. Julian Reimann