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Hintergrund

Was ist eine "No-Go-Area"?

NRW Der englische Begriff "No-Go-Area" ist militärischen Ursprungs. Er soll in den 1970er-Jahren während des Bürgerkriegs in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, entstanden sein.

Was ist eine "No-Go-Area"?

Eine zersplitterte Fensterscheibe eines Ladens in Duisburg-Marxloh (Nordrhein-Westfalen). Der Stadtteil ist in Verruf geraten als «No-Go-Area», in der sich die kriminelle Halbwelt tummelt.

Die Armee der weißen Minderheitsregierung konzentrierte sich darauf, die öffentliche Ordnung lediglich an Schlüsselstandorten zu gewährleisten. Die übrigen Gebiete, "No-Go-Areas", sollte die weiße Bevölkerung meiden. In der Folgezeit wurde der Begriff ausgedehnt auf Stadtteile mit hoher Gewaltkriminalität in Metropolen wie Los Angeles, Johannesburg oder Rio de Janeiro. Auch Bürgerkriegsgebiete wie die somalische Hauptstadt Mogadischu oder große Teile des Iraks sind nur unter Lebensgefahr zu betreten und somit "No-Go-Areas".

Heye prägte Begriff

In Deutschland wurde der Begriff lange Zeit für Regionen gebraucht, in denen es häufiger als anderswo rechtsextremistische Übergriffe gegen Ausländer gibt. So hatten zunächst ausländische Reiseführer Touristen vor dem Besuch bestimmter Regionen Ostdeutschlands gewarnt. Der frühere Regierungssprecher und jetzige Chef des Vereins "Gesicht zeigen",Uwe-Karsten Heye, riet Ausländern, diesen "No-Go-Areas" fern zu bleiben.

Mittlerweile wird der Begriff auch auf Bereiche in Großstädten angewandt, in denen eine kriminelle Halbwelt die Straßen beherrscht. Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren zu Vorfällen gekommen, bei denen sich wenige Polizisten einer großen Anzahl von gewaltbereiten Menschen, oft Familienclans, gegenüber sahen, zuletzt Anfang Oktober in Dortmund.

Ende 2015 konstatierte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Arno Plickert, die Lage so: "Wenn Menschen sich nachts nicht mehr in die Straßenbahn trauen oder Polizisten nur noch mit drei oder vier Streifenwagen in eine Straße fahren, dann ist das ein Angstraum oder eine No-Go-Area". Er forderte, Einsatzhundertschaften künftig auf großstädtische Brennpunkte zu konzentrieren.  

Die Aktion "Lebendiges Deutsch" kritisierte aus sprachlicher Sicht die Übernahme des englischen Begriffs ins Deutsche. Sie schlug als Alternative "Meidezone" vor.

von dpa

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